Ein Triumph und viel Verwirrung
Österreich "Adler" siegten beim Team-Bewerb in Oberstdorf und ärgerten sich über die neue, unübersichtliche Regel.

Foto © APAAndi Kofler & Co. hatten wieder einmal Grund zur Freude
Die neue Regel, die am Samstag beim Team-Fliegen auf dem Heini-Klopfer-Bakken in Oberstdorf erstmals im Weltcup angewendet wurde, dient dazu, Windverhältnisse als auch geänderte Anlauflängen in Form von speziellen Schanzenfaktoren einzuberechnen und damit für fairere Verhältnisse zu sorgen. Doch gesorgt hat sie sowohl bei den Athleten, den Trainern als auch den Zuschauern wegen der Unübersichtlichkeit vor allem für Verwirrung. Und so standen Österreichs überragende Weitenjäger, die am Samstag vor Norwegen und Finnland triumphierten, mit gemischten Gefühlen im Schanzenauslauf.
Unübersichtlicher Bewerb
So jubelte Gregor Schlierenzauer nicht, nachdem er mit seinem zweiten Sprung den Sieg der ÖSV-Adler (neben dem Stubaitaler waren noch Wolfgang Loitzl, Andreas Kofler und Martin Koch dabei) fixiert hatte, sondern klopfte sich mehrmals auf den Helm. Kein Wunder, hatte ihm die Jury doch insgesamt neun Luken weniger Anlauf gegeben als vielen seiner Vorgänger in der letzten Nationengruppe. "Grundsätzlich muss man wissen, dass uns die Regel als beste Mannschaft eigentlich noch einmal entgegenkommt. Früher haben uns schlechte Verhältnisse aus der Bahn bringen können, das wird jetzt etwas gepuffert", erklärte ÖSV-Cheftrainer Alex Pointner, der sich aber dennoch über den unübersichtlichen Bewerb beklagte. "Wenn ich als Trainer nicht mehr weiß, wie weit man springen muss, damit man in Führung geht, wie soll es dann ein Zuschauer wissen?"
Nochmals zur Erklärung: Jede Schanze hat ihren eigenen Wind- und Anlauflängenfaktor: Je mehr Aufwind, desto mehr Abzugspunkte, je mehr Rückenwind, desto mehr Pluspunkte in der Notenwertung. Selbiges gilt auch beim Anlauf: Je weniger Luken, desto mehr Pluspunkte und umgekehrt. Eine der negativen Folgen: Schlierenzauer kam wegen des kurzen Anlaufs nicht über 169,5 m hinaus, die Show des Fliegens geht verloren.
Das umstrittene Reglement soll auch noch in der restlichen Saison angewendet werden, nur bei den Olympischen Spielen in Whistler und der Schiflug-WM in Planica wird darauf verzichtet.
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Endergebnis
1. Österreich 1.560,4 Punkte
(Martin Koch 214,5/206,5 - Andreas Kofler 211,0/196,5 - Wolfgang
Loitzl 187,5/206,0 - Gregor Schlierenzauer 203,5/169,5)
2. Norwegen 1.539,2
(Johan Remen Evensen 211/209 - Tom Hilde 187,5/185 - Anders
Jacobsen 197,5/217,5 - Björn Einar Romören 190,5/203,5)
3. Finnland 1.505,3
(Matti Hautamäki 201,5/205,5 - Kalle Keituri 202,5/194 - Janne
Ahonen 197,5/195 - Harri Olli 183,5/212,5)
4. Deutschland 1.420,9
5. Slowenien 1.405,5
Neues Reglement
Beim Teambewerb in Oberstdorf wurde erstmals im Schisprung-Weltcup eine neue Regel angewandt. Nach speziell für jede Schanze errechneten Faktoren werden bei Aufwind Punkte abgezogen, bei Rückenwind Punkte dazugezählt. Außerdem kann die Anlauflänge bei jedem Springer geändert werden - bei Verlängerung gibt es entsprechende Minuspunkte, bei Verkürzungen Pluspunkte.











