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Zuletzt aktualisiert: 28.12.2009 um 11:54 UhrKommentare

Die Memoiren kamen zu früh - Ahonen greift wieder an

Janne Ahonen, der nach mehr als eineinhalb Jahren in der "Pension" heuer im Alter von 32 Jahren sein Comeback gefeiert hat, hat sich wohl selbst überrascht.

Janne Ahonen

Foto © GEPAJanne Ahonen

Einer der größten des Schisprung-Sports ist an die Stätte großer Triumphe zurückgekehrt. Denn eigentlich hat er im März 2008 seinen Rücktritt erklärt und verfasste mit Hilfe eines finnischen Journalisten seine Memoiren "Königsadler".

"Hätte ich gewusst, dass ich weitermache, dann hätte ich wohl einiges nicht geschrieben", gab Ahonen in Oberstdorf zu. Befragt, was denn dies genau wäre, meinte er nur trocken: "Das kann ja jeder in dem Buch nachlesen." Sehr offenherzige Anekdoten über Alkoholeskapaden und auch sehr radikale Diäten haben für Zündstoff gesorgt.

Nicht nach Wunsch

Ahonen hat gerade bei der Vierschanzen-Tournee Geschichte geschrieben. Mit fünf Gesamtsiegen (1998/99, 2002/03, 2004/05, 2005/06 und 2007/08) kürte sich der wortkarge Janne zum Rekordmann - keiner hat die Tournee bisher so oft gewonnen. Seine Comeback-Saison verlief noch nicht nach Wunsch. Platz 34 zum Auftakt, Rang 9 bzw. einmal nicht qualifiziert in Lillehammer, danach in Engelberg die Ränge 16, 13 und 10. Zu Saisonbeginn hatte ihn allerdings eine Grippe etwas zurückgeworfen.

Warum sich Ahonen noch einmal von den Sprungbakken dieser Welt stürzt, liegt nahe. In seiner Karriere fehlt dem zweifachen Familienvater eine olympische Einzelmedaille, zweimal Team-Silber 2002 und 2006 war die für ihn magere Ausbeute. Doch Ahonen lässt sich darauf nicht festnageln. "Die Spiele alleine hatten keinen großen Einfluss auf meine Entscheidung", behauptet Ahonen, ohne die Miene zu verziehen. Doch dafür ist er bekannt. Lady Gaga's Hit "Pokerface" könnte ja für ihn geschrieben worden sein.

Die Rückkehr nach Oberstdorf hat bei ihm nach außen hin keine besonderen Emotionen. Doch auch das überrascht wenig. "Das Gefühl ist fast genauso wie in den Jahren davor."

Gregor Schlierenzauer rechnet jedenfalls fix damit, dass ein Janne Ahonen bei der Tournee zum entscheidenden Faktor werden könnte. "Wenn man ihn nicht auf der Rechnung hat, dann ist man entweder überheblich oder versteht vom Schispringen sehr wenig", meint Schlierenzauer über sein früheres Vorbild. "Ob er schon in der Form ist, wird man sehen. Aber er weiß, wie man die Tournee gewinnt."

Und was sagt Ahonen, der insgesamt fünffache Weltmeister und Sieger von 36 Einzel-Weltcups, zur Konkurrenz? "Natürlich werden Schlierenzauer und Ammann stark sein wie in den vergangenen Wochen, aber ich habe eine gute Ausgangslage. Im Schispringen kann vieles passieren."


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