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Zuletzt aktualisiert: 21.11.2009 um 04:56 UhrKommentare

Morgenstern: "Niederlagen lassen reifen"

Schispringer Thomas Morgenstern will in der Olympia-Saison wieder abheben und Doppel-Gold verteidigen.

Thomas Morgenstern

Foto © GEPAThomas Morgenstern

Im vergangenen Winter hat man Sie von einer völlig neuen Seite kennengelernt - als Grübler und Zweifel.

THOMAS MORGENSTERN: Es war nicht immer einfach für mich. Aber so schmerzhaft ich es empfunden habe, nicht ganz oben zu stehen: Ich sehe diese Erfahrung im Nachhinein sehr positiv. Es sind oft die Niederlagen, die einen Sportler reifen lassen. Ich glaube nicht, dass ich da eine Ausnahme bin.

Die wichtigste Frage ist aber doch immer, was und wie man aus diesen Lektionen lernt.

MORGENSTERN: Die habe ich für mich beantwortet. Mit Heinz Kuttin habe ich deshalb so hart gearbeitet wie noch nie zuvor. Das betrifft sowohl den technischen Bereich, als auch das Emotionale und die Motivation.

Die dürfte sich mit den Olympischen Spielen in Vancouver ja quasi automatisch einstellen?

MORGENSTERN: Das sowieso. Es gibt nicht viele, die als Doppel-Olympiasieger antreten. Ich werde diese zwei Wochen auf jeden Fall genießen.

Und als Doppel-Olympiasieger nach Hause zurückkehren?

MORGENSTERN: (lacht) Niemand kann sich vorstellen, wie viele Dinge an diesen drei Tagen dann zusammenpassen müssen: Körper, Geist, Glück. Aber stimmt schon, bei Olympischen Spielen zählen nur die Medaillen.

Auf die Springer warten einige Neuerungen: Bislang erhielten nur die besten zehn Springer Preisgeld, jetzt sind es alle 30 im zweiten Durchgang.

MORGENSTERN: Generell finde ich den Ansatz gut, der 30. bekommt jetzt allerdings ungefähr 40 Euro auf die Hand. Das ist doch ein Scherz. Für einen ersten Platz gibt dagegen es nur noch ein Drittel des Preisgeldes. Im Prinzip hat man also nur umverteilt, wertet den Sport aber insgesamt ab.

Die neue "Zauberformel" der FIS soll den Faktor Wind in die Benotung einfließen lassen. Gleichzeitig kann die Anlauflänge während des Durchgangs geändert werden.

MORGENSTERN: Ich bin selbst gespannt, wie sich das auf die Bewerbe auswirken wird. Wie man dem Zuschauer allerdings erklärt, dass nicht mehr immer der gewinnen wird, der am weitesten springt, kann ich mir noch nicht vorstellen. Die Änderung des Anlaufs mitten im Durchgang lehne ich ab.

Mit dem Pilotenschein heben Sie auch in Ihrer Freizeit ab.

MORGENSTERN: Ja, aber die Weiterbildung zum Berufspiloten ruht auf unbestimmte Zeit. Derzeit sind mir die Schisprung-Schanzen dann doch noch lieber.

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