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Zuletzt aktualisiert: 19.11.2009 um 14:09 UhrKommentare

Andres Widhölzl schildert in Biografie seinen "Höhenflug"

"Swider" schildert in seinem Erstlingswerk nicht nur die Höhepunkte seiner sportlichen Karriere und die Schattenseiten, sondern er gibt auch Einblicke in sein Familienleben und seine Hinwendung an den christlichen Glauben.

Andreas Widhölzl

Foto © GEPAAndreas Widhölzl

Der ehemalige Schispringer Andreas Widhölzl hat am Donnerstag in Innsbruck seine Biografie präsentiert.

Obwohl Team-Olympiasieger 2006 in Turin und zweifacher Mannschaftsweltmeister 2005 bezeichnete Widhölzl bei der Präsentation seinen Sieg bei der Vierschanzentournee 2000 als den emotionalsten und sportlich größten Erfolg seiner 15-jährigen Springerkarriere. "Das war einfach unglaublich, der ganze Medien-Hype, wie die Fans reagiert haben", schilderte Widhölzl. "Auch als Tiroler am Bergisel zu gewinnen, war fantastisch."

Skandal

Es gab aber auch Schattenseiten. "Am ärgsten war es nach dem Drogenskandal um Andreas Goldberger", erinnerte sich Swider, der sich in einem ORF-Interview vor die Mannschaft stellte und sagte, sie hätte mit dem allen nichts zu tun. "Da wurden meine Eltern am Telefon belästigt, es gab sogar Morddrohungen", erzählte der ehemalige Schispringer, dem heute eine Freundschaft mit seinem Ex-Kollegen "Goldi" verbindet.

Auch der Tod seines Trainers Alois Lipburger bei einem Verkehrsunfall im Februar 2001, bei dem auch Widhölzl im Fond des Wagens saß, habe eine sehr schwierige Zeit gebracht. "Das war echt hart, besonders da mich mit Lipburger eine tiefe Freundschaft verband, er ein Trainer war, der mich verstand", sagte Widhölzl.

2008 beim Schifliegen in Planica (Sowenien) beendete Widhölzl seine Karriere. Im Sommer war er an der Leiste operiert worden und wollte sich zurückkämpfen. "Doch im Herbst hab ich mich in den Keller trainiert, schaffte oft nicht den Sprung in die Mannschaft. Da wusste ich, das wird meine letzte Saison sein", erklärte Swider.

Breiten Raum widmete Widhölzl in seinem Buch auch seiner Familie. Der dreifache Familienvater, der nun in Mieming bei Telfs lebt, ist seit 2000 mit Kathrin verheiratet. "Diese Beziehung gab mir in meiner Karriere sehr viel Kraft. Auch wenn eine feste Beziehung und Familie beim ÖSV damals nicht gern gesehen wurden, im Gegensatz zu heute", sagte Widhölzl.

Reifeprozess

Auch schilderte der Ex-Schisprungstar seine Zuwendung an den christlichen Glauben. "Das half mir im Sport ungemein. Es war ein Reifeprozess, aber mit der Zeit habe ich gelernt, in Gesprächen mit Gott meine Pakete abzugeben", erzählte Widhölzl, der in seiner Heimat eine Kinderrunde betreut und regelmäßig Bibelabende veranstaltet.

Widhölzl gewann bei Olympia einmal Gold (2006, Mannschaft) und zweimal Bronze, bei Weltmeisterschaften erreichte er zweimal Gold und einmal Bronze. Bei Schiflug-Weltmeisterschaften gelangen ihm zwei Silber- und eine Bronzemedaille. Insgesamt feierte er 18 Weltcupsiege. Heute betreibt er mit einem Partner die Internet-Plattform www.123boerse.at, ein Onlineshop. Außerdem ist er nebenbei Nachwuchstrainer in Wörgl. Gleichzeitig absolviert Widhölzl eine Ausbildung auf der sozialpädagogischen Akademie in Stams.

SERVICE: Das Buch "Mein Höhenflug" von Andreas Widhölzl ist im Verlag SMC Hänssler erschienen. Das Buch ist ab sofort im Handel erhältlich und kostet 14,95 Euro.


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