Vier Gold, ein Silber - ÖSV-Damen bei WM "sensationell"
"Wir sind überglücklich, es ist sensationell, das haben wir in den kühnsten Träumen nicht erwartet. Ich gratuliere den Damen, sie haben alles hier gegeben", sagte Rennsportleiter Herbert Mandl.

Foto © GEPAHerbert Mandl
Noch nie ist es Herbert Mandl so leicht gefallen, Bilanz nach einem Großereignis zu ziehen. Mit vier Goldmedaillen und einer Silbernen sowie 50 Prozent Anteil an Teamsilber legten Österreichs Schidamen in Garmisch-Partenkirchen den an Titel gemessen erfolgreichsten Auftritt bei Schi-Weltmeisterschaften in der Geschichte des ÖSV hin. Als weibliche Teams hatten überhaupt nur die Schweiz 1987 in Crans Montana (5/2/1) und Frankreich 1966 in Portillo (4/3/1) noch eindrucksvoller aufgezeigt. "Wir sind überglücklich, es ist sensationell, das haben wir in den kühnsten Träumen nicht erwartet. Ich gratuliere den Damen, sie haben alles hier gegeben", sagte Rennsportleiter Mandl, der es einen Verdienst der "ganzen Truppe, Betreuer und Trainer" nannte, die alle sehr hart gearbeitet hätten. "Wir arbeiten Jahr für Jahr sehr ehrgeizig, einmal geht es so, einmal so. Dieses Mal war sicher auch das Glück auf unserer Seite, denn wenn man vier Goldmedaillen macht, braucht man sicher auch das Glück."
"Einfach sensationell"
Die WM hatte mit Überraschung-Gold im Super-G durch Elisabeth Görgl begonnen, in der Super-Kombination holte sensationell Anna Fenninger den Titel, in der Abfahrt doppelte Görgl nach und wurde zum Star und der erfolgreichsten Athletin der WM. Es folgte für Marlies Schild, Michaela Kirchgasser und Fenninger der Auftritt im Teambewerb, der Silber einbrachte. Im Riesentorlauf pausierten die ÖSV-Damen auf dem Podest (Schild als beste Achte), ehe im Slalom Topfavoritin Schild ihr erstes Einzel-Gold einheimste und sich Kathrin Zettel zu Silber kämpfte. Das Gold gleich zu Beginn habe den Damen erst einmal Druck genommen, erklärte Mandl, der zum einzigen medaillenlosen Rennen, dem Riesentorlauf, meinte: "Da haben wir gesehen: auch wenn wir eine gute Ausgangsposition gehabt haben, ist es leider daneben gegangen. Aber so schnell geht es eben und so eng liegt das alles beisammen." Umso mehr freute er sich, dass es im Slalom anders ausging, als vier Österreicherinnen nach Lauf eins in den Top Sieben gelegen waren.
"Ich war relativ ruhig. Als es dann zwei von unseren nicht durchgebracht haben (Nicole Hosp und Michaela Kirchgasser/Anm.), habe ich mir gedacht, ja gut, vielleicht ist das ein gutes Omen, dass die zwei nächsten durchkommen." Ein paar Minuten später konnte Mandl durchatmen, und nun durfte sich auch Techniktrainer Günter Obkircher wie zuvor Speed-Trainer Jürgen Kriechbaum über Medaillen für seine Athletinnen freuen. "Beide haben es sich hoch verdient. Marlies hat sich nach der Verletzung zurückgekämpft, Kathrin hat trotz langwieriger Probleme mit dem Knie nie aufgegeben, sondern immer weitergekämpft", meinte Obkircher nach dem Slalom. In erster Linie habe er sich für die Athletinnen gefreut, die ihre Ziele verwirklicht haben. Der Fleiß sei belohnt worden - auch jener der Trainer, Physiotherapeuten und Serviceleute.
Was das Geheimnis des aktuell so starken Damenteams ist, das können auch die Athletinnen nicht erklären. "Vielleicht, dass bei uns alles harmoniert. Wir haben viel auch dem Trainerteam zu verdanken, das uns toll vorbereitet hat", sagte Zettel. Und Schild meinte: "Es ist schon verrückt, was hier passiert ist. Es hat mir Spaß gemacht, die anderen Rennen anzuschauen und Lizz und Anna zu sehen. Und jetzt sind wir zu zweit auf dem Podium, das ist wirklich gut für den Teamgeist. Natürlich ist Schifahren ein Sport, in dem du für dich alleine fährst, aber so macht es mehr Spaß beim Feiern." Nach den bereits drei gewonnenen Goldmedaillen ihrer Kolleginnen sei sie mit zwiespältigen Gefühlen nach Garmisch-Partenkirchen gereist. "Es gab schon so viele Erfolge, es ist auch gut, dass das der Fall war. Aber mir war wichtig, dass ich da auch dabei bin." Zettel wagte bereits einen Ausblick auf die Heim-WM in zwei Jahren und legte die Latte hoch. "Die Erwartungen nach dieser WM sind riesengroß. Es wird sicher interessant, das 2013 in Schladming zu toppen", meinte sie selbstbewusst.
















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