Drittes Blech statt drittem Gold
Mario Matt verpasste das Podest im WM-Slalom knapp - aber auch er war sich sicher: Jean-Baptiste Grange ist ein würdiger Sieger.

Foto © APDas Siegertrio: Byggmark, Grange und Mölgg
Vor zwei Jahren war Jean-Baptiste Grange der große Favorit im Slalom gewesen. Bei "seiner" WM in Val d'Isère. Damals war er ausgeschieden, gescheitert, im Vorjahr warf ihn auch noch ein Kreuzbandriss zurück, damit war auch Olympia gelaufen. Doch noch am Hang in Frankreich fasste Grange ein Ziel ins Auge: WM-Gold. In Garmisch. "Darauf habe ich hingearbeitet. Nach meiner schweren Verletzung ist es ein Riesenerfolg, denn das alles war ein großer Kampf", sagte der 26-Jährige, der vor der WM schon in Kitzbühel und Schladming gesiegt hatte und mit Gold bei der WM sozusagen ein Triple der besonderen Art einfuhr.
Auf einer Piste, die alles andere als leicht, war, die warmen Temperaturen hatten dem wenigen Schnee, der noch auf dem Gudiberg lag, sichtbar zugesetzt. "Ich war einige Male am Limit", bekannte er, "und ehrlich: Zwischendurch habe ich an Val d'Isère denken müssen, an den zweiten Lauf, bei dem ich damals ausgeschieden bin." Doch diesmal hielt er der Belastung stand.
Ein zufriedener Vierter
Und während er jubelte, freute sich Mario Matt nur bedingt. Nichts war es mit dem dritten Weltmeistertitel im Slalom, auf das er gehofft hatte. Und wenn schon nicht nach Gold, so hatte der Tiroler doch mit einem entfesselten zweiten Lauf zumindest nach einer Medaille gegriffen. Am Ende wurde es aber "nur" Platz vier; der dritte für Österreichs Herren bei dieser WM.
"Es ist zwar so, dass bei einer WM keiner Vierter werden will, aber ich bin trotzdem zufrieden. Spätestens dann, wenn ich daran denke, wo ich noch im Dezember war", erklärte er. Da war der 31-Jährige, sportlich gesehen, nirgends. Jetzt hat er zumindest eine Gewissheit: "Wenn ich zwei gute Läufe zusammenbringe, dann kann ich wieder Rennen gewinnen." Das Selbstvertrauen ist also wieder da.
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Byggmark mit SilberFoto © Reuters
Ein Selbstvertrauen, das auch beim zweitplatzierten Jens Byggmark wieder da ist. 2007 war er nach zwei Siegen in Kitzbühel noch als kommender Stenmark gefeiert worden, dann verschwand er fast so schnell, wie er aufgestiegen war, nach dem zweiten Platz ein Jahr später in Kitzbühel riss der Faden. Fast wie bei Mario Matt, der sich auch deswegen nahezu kulant zeigte: "Die, die heute vor mir sind, hatten auch alle schwere Zeiten."
"Es funktioniert nicht wie gewünscht"
Nichts zu holen gab es auch für die anderen Österreicher: Titelverteidiger Manfred Pranger riskierte voll, war als Neunter aber nicht im Vorderfeld. "Es zipft mich schon an, weil es nicht so funktioniert, wie ich es mir wünsche", sagte der Tiroler. Ebenso enttäuscht: Reinfried Herbst, der im zweiten Lauf wie Wolfgang Hörl ausschied. Und Christoph Dreier wurde beim WM-Debüt 18.
Features
Fotoserie
Medaillen-Platzierungen:
- Gold: Jean-Baptiste Grange (FRA)
- Silber: Jens Byggmark (SWE)
- Bronze: Manfred Mölgg (ITA)
- Die Österreicher:
- 4. Mario Matt
- 9. Manfred Pranger
- 18. Christoph Dreier
- Herbst und Hörl out
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Matt im PechFoto © GEPA
Steckbrief Grange:
Geboren: 10. Oktober 1984 in Saint-Jean-de-Maurienne (Savoyen)
Wohnort: Valloire (Savoyen)
Größe/Gewicht: 1,80 m/74 kg
Club: SC Valloire
Familienstand: ledig, Freundin Nastasia Noens
Schi: Rossignol, Schuhe: Rossignol
Hobbys: Musik, TV-Serien, Kino
Weltcup-Debüt: 11. Jänner 2004 in Chamonix, Slalom
Erster Weltcup-Sieg 17. Dezember 2007 in Alta Badia, Slalom
Größte Erfolge:
- WM: Gold Slalom 2011 Garmisch-Partenkirchen
- Bronze Slalom 2007 Aare
- Rang sieben Riesentorlauf 2009 Val d'Isere
- Olympia: 13. Kombination 2006 Sestriere/Turin
- Weltcup: Slalom-Weltcup-Sieger 2009
- 9 Siege (8 im Slalom, 1 Super-Kombination)
- Weitere 8 Podestplätze

















