Mario Matt und der Traum von der Drei
Mario Matt kann am Sonntag Geschichte schreiben: Er fährt um seinen dritten Slalom-Titel, das schaffte vor ihm nur Ingemar Stenmark.

Foto © GEPAMario Matt
Eines kann man Mario Matt ja nicht vorwerfen: Sentimentalität. Das Schwelgen in Erinnerungen ist nicht die Sache des 31-Jährigen. "Wie oft ich mir die Siegesfahrt von St. Anton angeschaut hab'? Ich denke, nie", sagt er. Auch wenn es ihm in den Jahren durchaus bewusster geworden ist, was er damals, vor zehn Jahren, geleistet hat. "Eine WM im Heimatort zu haben und dann noch zu gewinnen, das kommt eher selten vor", sagt er. Und er sich durchaus noch an die knapp 50.000 erinnern kann, die ihm damals im Ziel zujubelten. Danach folgte eine schwere Zeit, gespickt von Verletzungen. Doch Matt, der einst 2001 in Kitzbühel mit Nummer 47 zum Sieg brauste, kehrte zurück - besser den je. Mit dem Höhepunkt in Åre 2007, als er nicht nur den zweiten Weltmeistertitel im Slalom einfuhr. Er gewann auch Gold mit dem Team und danach auch noch in Garmisch und Kranjska Gora, fuhr neun Mal in Serie aufs Stockerl. "Und das", erklärt er nicht ohne stolz, "ist im Slalom ja auch nicht leicht."
Die dritte Rückkehr
Doch es folgte abermals eine schwierige Zeit. Mit dem Gipfel, dass er im Europacup in Obereggen im Dezember mit Nummer 52 (!) ins Rennen gehen musste. Viele dachten, die Zeit von Mario Matt sei vorbei, doch der Pferdezüchter und Besitzer einer Après-Ski-Bar in St. Anton ("Krazy Kanguruh") blieb stur. Und er kehrte abermals zurück, kam sozusagen zum dritten Mal von ganz unten nach oben: In Adelboden, Wengen und Kitzbühel fuhr er drei Mal in die Top Ten, damit ins WM-Team - und zur großen Chance, sich zum dritten Mal in seiner Karriere WM-Gold im Slalom zu holen. Das schaffte bisher nur der große Ingemar Stenmark.
"Klar kommt man mit dem Ziel her, zu gewinnen", sagt Matt. Die Bedingungen liegen ihm, Matt mag den Frühjahrsschnee. "Nur die Piste muss im ersten Lauf bis zu meiner Startnummer halten", hofft der Flirscher. Dann, ja dann würde er auf seine Stärke bauen: "Ich mag es, wenn man auf den Punkt seine Leistung bringen muss. Denn dann bin ich besonders cool." An die ersten zwei Titel denkt er dabei nicht: "Am Sonntag zählen nur diese beiden Läufe. Da ist die Vergangenheit für den Hugo!"















