Die Angst vor dem Tag danach
79 Millionen Euro investierte Garmisch-Partenkirchen in die Schi-WM. Die Gemeinde ist jetzt hoch verschuldet.

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Am 25. Mai 2006 herrschte in Garmisch-Partenkirchen Jubel. Der bayrische Landkreis hatte sich mit den "Maskottchen" Paul Breitner und Ministerpräsident Edmund Stoiber im Schlepptau beim FIS-Kongress in Vilamoura gegen Schladming als Veranstalter der Schi-WM 2011 durchgesetzt. "Fünfmal sind wir gescheitert, jetzt hat es geklappt", freute sich OK-Chef Peter Fischer über den Zuschlag für die zweite WM nach 1978.
WM in Garmisch
Der Vorfreude auf das Spektakel wich aber bald die Angst vor dem Tag danach, die Sorge um die finanzielle Lage der Gemeinde. Rund 79 Millionen Euro hat der WM-Gastgeber für Neuerungen bei Pisten und Liften investiert. Damit stieg der Verschuldung der Kommune in derart schwindelerregende Höhen, dass die Politiker - zumindest dem Vernehmen nach - das Kongresshaus, das Alpspitzbad und die Eishalle verpfänden mussten.
Teurer Hang
Am meisten erregt der Gudiberg, auf dem die WM-Torläufe ausgetragen werden, die Gemüter. Dort mussten alleine für Sicherungsarbeiten nach dem Dauerregen im Sommer 300.000 Euro aufgebracht werden. Dazu kommen noch vier Millionen Euro für den Umbau der Kandahar-Abfahrt. Der neue Sessellift verschlang noch einmal 1,6 Millionen. Auch wenn zwei Drittel der Kosten Land und Bund übernehmen, schimpfen die Bewohner: "Das ist viel zu viel Geld, das nur für Rennen und das Training einiger weniger Spitzenathleten ausgegeben wird." Für normale Schifahrer ist der Gudiberg zu gefährlich und deshalb gesperrt. Noch, denn nach Protesten der Bürger überlegen nun die Verantwortlichen, den Steilhang für den Nachtschilauf freizugeben. Der Großteil der Bewerbe geht aber auf der berühmten Kandahar über die Bühne. Dort verschlangen der Ausbau der Strecke, Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur sowie die Beschneiungsanlagen rund neun Millionen Euro.
Obwohl die Weltmeisterschaften erst am Montag, dem 7. Februar, offiziell eröffnet werden, ist Österreich eine Goldmedaille schon sicher - jene für die meisten jemals bei alpinen Weltmeisterschaften errungenen Medaillen. Rot-Weiß-Rot brachte es bisher auf insgesamt 251 Stück Edelmetall: 81 Goldene, 86 Silberne und 84 Bronzene. Mit Respektabstand auf Platz zwei liegt die Schweiz mit 178 Podestplätzen (59 Gold, 64 Silber, 55 Bronze). Dritter ist Frankreich mit 115 Damen und Herren unter den Top drei (37 Gold, 48 Silber, 30 Bronze). Alle drei Nationen sollten zwischen 8. und 20. Februar ihre Medaillen-Konten ordentlich aufstocken können.
















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