Vonns kluger PR-Gag
ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel sieht die aktuellen Pläne des weiblichen Ski-alpin-Superstars Lindsey Vonn als "klugen PR-Gag". Die Umsetzung der Idee ist für Schröcksnadel "unrealistisch".

Foto © APAÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel
Sie ist die beste Skirennläuferin der Welt, keine Frage. Und sie wird auch in den nächsten Jahren, sofern sie von Verletzungen verschont bleibt, den Weltcup dominieren. Doch das reicht Lindsey Vonn nicht mehr. Sie will sich mit den Männern messen und hat sich dafür die Abfahrt am 24. November in Lake Louise ausgesucht. "Es wäre auch die einzige Strecke, auf der eine Frau fahren kann", sagt der Ex-DSV-Damen-Boss und jetzige ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold: "Sie würde sicher nicht unter die besten 30 kommen. Außerdem: Damen gehören nicht auf eine Herren-Piste."
Um überhaupt die Chance auf so einen Frauen-Herren-Vergleich zu bekommen, müsste die Vonn aber gleich mehrere Hürden überwinden. FIS-Generalsekretärig Sarah Lewis sagt: "Ich kann nur nach den FIS-Regeln handeln. Und die besagen, dass der US-Skiverband einen Antrag an den Internationalen Skiverband stellen müsste. Aber bis jetzt gibt es keinen." Käme doch noch ein Antrag, würde sich als nächstes die Frage nach den FIS-Punkten stellen. "Vonn hat keine Punkte bei den Herren, sie dürfte also gar nicht starten", sagt dazu FIS-Damen-Renndirektor Atle Skaardal und ergänzt: "Es darf keine Lex Vonn geben, sondern eine klare Linie der FIS. Bisher gibt es keine Antworten auf so eine Frage, weil noch nie eine Frau in einem Herren-Rennen antreten wollte."
Kluger PR-Gag
Ex-ÖSV-Herren-Abfahrtschef Robert Trenkwalder ist der Betreuer von Lindsey Vonn und kennt freilich alle Problematiken. "Lindsey wollte sich schon immer einmal mit den Herren messen. Aber sie würde nie behaupten, dass sie gleich schnell wäre wie ein Klaus Kröll." Auf den möglichen Zeitpunkt des Leistungsvergleichs antwortet der Tiroler ausweichend: "Davor müssen viele Dinge erledigt werden. Sie will sich irgendwann mit den Männern messen. Das wäre doch interessant für alle, oder?"
Als "klugen PR-Gag" sieht ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel das Ansinnen von Vonn: "Die Umsetzung ist unrealistisch." Ähnlich argumentiert Marlies Schild: "Wenn sie sich das wünscht, soll sie es machen. Ich sehe es aber eher als PR-Gag."














