Hirscher fürchtet die neuen Ski
Marcel Hirscher schwant Böses, wenn die Pisten schlecht sind. Dann, glaubt er, ist Kurvenfahren fast nicht mehr möglich. Bei einem Termin in Klagenfurt begeisterte der Ski-Star die Fans.

Foto © HASSLER/KLZ Kinder und vor allem junge Damen stürmten am Samstag die Bühne in den Cityarkaden in Klagenfurt, um ihrem Idol, Marcel Hirscher, möglichst nahe zu sein
Groß war der Stress für Weltcup-Gesamtsieger Marcel Hirscher nach dem Triumph im März in Schladming. Daher brachte es der 23-Jährige bisher auch nur auf sechs Testtage mit den neuen, längeren, schmäleren und weniger taillierten Ski. Doch die reichten dem Salzburger, um ihn das Fürchten zu lehren.
"Wenn die Pisten kompakt sind, wird der Zuschauer keinen Unterschied merken. Sind die Pisten aber schlecht, geht es auch für uns nur noch geradeaus. Eine richtige Kurve kriegen wir fast nicht mehr zusammen", erklärte der Salzburger bei einem Termin bei seinem Kopfsponsor in Klagenfurt. Der neue Superstar der Szene nahm auch zum Outing der Schwedin Anja Pärson ("Ich liebe eine Frau") Stellung: "Eigentlich gibt es dazu nicht viel zu sagen, da jeder für sich selbst entscheiden muss, was für ihn richtig ist, wo seine Vorlieben sind, um glücklich durch das Leben zu gehen."
Er selbst hatte im vergangenen Winter "auch Glück, denn nur mit Können allein gewinnst du die große Kugel nicht". Daher blickt Hirscher dem nächsten Winter mit der WM in Schladming "sehr realistisch entgegen. Eine Fortsetzung meiner Serie wäre Wunschdenken. Ich bin mir aber sicher, es wird nicht schlecht laufen. . ." Sein Hauptaugenmerk liegt weiter auf Riesentorlauf und Slalom: "Den Super-G nehme ich mit, weil er Spaß macht. Abfahrten bestreite ich keine."
Fanatische Eltern
Abfahrten taugten ihm schon in seiner Jugend nicht. Ebenso wenig wie fanatische Eltern in den Zielräumen: "Speziell zu Schüler-Zeiten ging es hart zu. Da war der Neid schon groß. Mama und Papa zeigten sich wesentlich fanatischer als die Burschen und Mädchen." Den rennfahrenden Kids gab er einen Ratschlag mit auf den Weg: "Verliert nie den Spaß am Skifahren. Und ein, zwei Tage weniger Stangenfahren bringen oft mehr als einmal zu oft im Flaggenwald." Er selbst steigt erst Ende Juli wieder auf die Latten. Bis dahin stehen ein Besuch bei seinen holländischen Verwandten - er flog am Samstag von Klagenfurt mit einem Privat-Jet nach Amsterdam - und ein Urlaub mit Freundin Laura auf dem Programm.
Mitte August fliegt er mit dem ÖSV-Team nach Neuseeland: "Ab da regiert wieder der Skisport." Obwohl der sein Leben ist, bestimmt dieser aber nicht sein Leben: "Mein Onkel liegt seit Jahren im Wachkoma. Wenn ich ihn besuchen gehe, relativiert sich alles andere sehr schnell. . ."
















