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Zuletzt aktualisiert: 03.02.2012 um 15:31 UhrKommentare

Tina Weirather - Jung, kämpferisch und ein großes Versprechen

2, 10, 9, 5 und 3 lautet die Formel, um gut genug zu sein, um derzeit hinter der überragenden Abfahrerin Lindsey Vonn Platz zwei in der Disziplinwertung einzunehmen.

Foto © Reuters

Tina Weirather kam in allen bisherigen alpinen Weltcup-Saisonabfahrten unter die Top-Ten, gilt auch für Samstag in Garmisch-Partenkirchen als Podestanwärterin. Die 22-jährige Liechtensteinerin hat schon ein ziemliche Leidensgeschichte durchgemacht, sich aber auch von vier Kreuzbandrissen nicht abbringen lassen. Im März 2007 zog sich Weirather bei ihrem Sturz im Abfahrts-Training auf der Lenzerheide Kreuzbandrisse in beiden Knien zu, ein Jahr später riss sie sich im Riesentorlauf-Training im Pitztal das Kreuzband im rechten Knie. Das letzte Mal erwischte es die Tochter von Hanni Wenzel und Harti Weiraher am 23. Jänner 2010 bei einem Sturz in der Abfahrt von Cortina d'Ampezzo. Im Oktober 2011 in Sölden gab sie ihr Comeback, fuhr in diesem Winter als Zweite in Lake Louise und Dritte in St. Moritz die ersten Podestplätze ihrer Karriere ein.

"Ich musste jedes Mal von vorne anfangen. Aber ohne Schifahren geht es bei mir nicht, weil ich es einfach so gerne mache", erzählte Weirather, die längst die Anerkennung der ganz Großen des Abfahrtssports findet. "Ein Wahnsinn, dass sie nach ihren vielen Verletzungen so schnell wieder den Anschluss gefunden hat. Da kann man nur den Hut ziehen", sagte etwa die Deutsche Maria Höfl-Riesch. "Sie ist noch jung und auf jeden Fall die Frau der Zukunft im Abfahrtssport. In einigen Jahren, wenn die alte Garde mit Görgl, Lindsey und mir weg ist. Tina ist die, die am meisten Potenzial hat." Tina Weirather ist wie früher ihr Landsmann Marco Büchel voll in das Team von Swiss-Schi integriert und sieht sich bestens aufgehoben. "Das ist optimal, eine super Kooperation, ich fühle mich wie ein Teammitglied. Ich habe mit Pascal Hasler zwar meinen eigenen Trainer dabei, mit dem ich seit sieben Jahren arbeite, aber er funktioniert wie ein Schweizer Trainer. Es ist ganz wichtig für mich, dass die Harmonie stimmt. Ich bin der Typ, der sich im Team wohlfühlt und nicht alleine trainieren will", erzählte die 1,62 Meter große Läuferin aus Triesenberg im Gespräch mit der APA - Austria Pressse Agentur.

"Brauche noch ein bisschen mehr Geduld"

Auf Strecken wie der Kandahar, wenn es unruhig und schlagig ist, tut sich Weirather nach den vielen Verletzungen noch schwer, im Training hat sie aber gezeigt, dass sie auch in diesen Belangen auf dem richtigen Weg ist: "Ich fahre eher gefühlvoll, aber hier muss man einfach Vollgas draufsteigen." Die schwierige Strecke fordere schon spezielle Eigenschaften, man müsse von oben bis unten die Körperspannung aufrechterhalten und viel improvisieren. "Weil es dich oft halt irgendwo hinschlägt, wo du nicht damit rechnest." Von ihrer Konstanz in der Abfahrt ist auch die zweifache Junioren-Weltmeisterin überrascht. "Ja, die ist wirklich erstaunlich, denn ich habe doch wenig Rennpraxis. Aber ich denke, dass ich in den Abfahrten davon profitiere, dass ich Trainingsläufe habe. Denn im Super-G und Riesentorlauf wäre ich genauso gut drauf." Ziel für die Zukunft sei es daher, sich auch in den anderen Disziplinen zu verbessern. "Im Training bin ich im Riesentrolauf am stärksten, aber da muss ich in Rennen halt ganz hinten starten. Ich muss mich nach vor arbeiten und brauche noch ein bisschen mehr Geduld."

Zeit wird es auch noch brauchen, um einer Lindsey Vonn den Sieg streitig machen zu können, glaubt Weirather: "Lindsey fährt momentan in einer eigenen Liga, man kann sich nicht direkt mit ihr vergleichen. Logisch, wir studieren ihre Videos und schauen genau, wie sie fährt, aber ich mache mir keinen Kopf, wenn ich eine Sekunde hinter ihr bin, weil das ist einfach normal." Man müsse in den nächsten zwei, drei Jahren viel arbeiten, um sie fordern zu können. "Aber für heuer ist es, glaube ich, unmöglich." Geht es nach Meinung der Tochter im Hause Weirather/Wenzel, wird man in Zukunft auch von einem ihrer Brüder noch einiges hören. "Tom (Jahrgang 1995, angehender Tennisstar)", steht auf ihrer Internet-Homepage zu lesen. Dann würde es für Tina auch leichter werden, Roger Federer kennenzulernen. Denn das ist ihr großer Wunsch.


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