Cuche im Chamonix-Training voran - Baumann knapp dahinter
Didier Cuche war am Donnerstag im ersten und einzigen Abfahrts-Training der alpinen Schi-Herren in Chamonix der Schnellste. Sechs Österreicher kamen unter in die ersten Neun.

Foto © APDidier Cuche
Didier Cuche ist auch in den beiden Chamonix-Abfahrten am Freitag und Samstag (jeweils 12.00 Uhr) der Mann, den es zu schlagen gilt. Der Schweizer geht in Frankreich mit dem Selbstvertrauen seiner jüngsten beiden Erfolge in Kitzbühel und Garmisch-Partenkirchen an den Start, seine Hochform hat er auch am Donnerstag mit der Bestzeit im ersten und einzigen Training unterstrichen. Die Österreicher sind bereit, in der Trainingseinheit landeten gleich sechs ÖSV-Athleten in den besten neun. Cuche scheint derzeit im Kampf um den Abfahrts-Weltcup blendende Karten zu haben. Seit der 37-Jährige in Kitzbühel seinen Rücktritt mit Saisonende bekanntgegeben hat, fährt er der Konkurrenz auf und davon. Im Training in Chamonix war Cuche der Schnellste, obwohl er schon weit vor dem Ziel die Idealposition verlassen hatte.
"Ich habe die Gedanken über meinen Rücktritt offenbar sehr intensiv mit mir herumgetragen. Jetzt bin ich richtig locker", sagte Cuche, der im Rennen um die Kristallkugel mit 377 Punkten vor Landsmann Beat Feuz (308) und dem Steirer Klaus Kröll (297) führt. Viel Selbstbewusstsein in der Abfahrt hat seit seinem zweiten Rang in Kitzbühel auch Romed Baumann, der im Training Cuche am nächsten kam. "Cuche ist sicherlich wieder Favorit, aber auch er ist zu biegen. Für mich schaut's sehr gut aus, vielleicht gelingt es mir, Cuche zu schlagen", erklärte Baumann. Sollte der Tiroler gewinnen, wäre es der erste Saisonsieg für die ÖSV-Speed-Herren, die im bisherigen Winter klar im Schatten der Schweizer gestanden sind. Stark ansteigend ist weiterhin die Form des Kärntner Jung-Abfahrers Max Franz. "Das Training ist mir sehr gut gelungen, jetzt hoffe ich auf eine niedrige Startnummer", sagte der Trainings-Vierte. Hannes Reichelt mischt im Abfahrts-Weltcup als Vierter ganz vorne mit. Sein Aufstieg zu einem der besten Abfahrer der Welt hat vor einem Jahr in Chamonix mit Rang zehn begonnen.
"Gesunder Respekt bewahrt dich vor Hochmut"
"Mir taugt die Abfahrt. Einer der Sprünge geht 50 Meter weit, und man hat einen brutalen Luftstand", sagte Reichelt. Der Salzburger weiß, dass Chamonix zwar zu den leichteren, dafür aber umso tückischeren Abfahrten gehört. "Die Strecke ist absolut nicht zu unterschätzen. Aufgrund der Wellen muss man bis ins Ziel hochkonzentriert sein. Gesunder Respekt bewahrt dich vor Hochmut", so Reichelt. Schwer gestürzt ist in Chamonix vor einem Jahr Mario Scheiber. Der Osttiroler zog sich dabei einen Bruch des rechten Schlüsselbeins und des Nasenbeins zu, war danach wochenlang körperlich schwer angeschlagen und sprach sogar frustriert vom Rücktritt. Am Donnerstag kehrte Scheiber mit dem 19. Trainingsplatz auf die Strecke zurück.
"Als ich zur Stelle meines Sturzes gekommen bin, habe ich schon kurz nachgedacht und aufgemacht. Aber ansonsten habe ich mich sehr wohl gefühlt", berichtete Scheiber. Den Fehler, die Rennstrecke zu unterschätzen, wird er natürlich kein zweites Mal machen. "Chamonix wird oft unterschätzt, weil es von der Überwindung her keine Mutabfahrt ist. Aber es ist bei weitem keine leichte Abfahrt, die Wellen sind nicht ohne", so Scheiber, der mit einem Rang in den besten zehn zufrieden wäre. Neben Scheiber ist auch Georg Streitberger in Chamonix 2011 schwer gestürzt, der Salzburger hat sich einen Bruch des äußeren Schienbeinkopfes im linken Knie zugezogen. "Das Tempo hier in Chamonix ist von oben bis unten hoch. Die Gefahr ist, dass man verschneidet", weiß Streitberger. Die Rückkehr am Donnerstag bezeichnete Streitberger als "nichts Besonderes".
















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