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Zuletzt aktualisiert: 02.02.2012 um 14:47 UhrKommentare

Platz vier für "Golden Görgl" bei Garmisch-Rückkehr

Doppel-Weltmeisterin Elisabeth Görgl hat in Garmisch beim ersten Abfahrtstraining mit der viertbesten Zeit aufgezeigt. Am schnellsten war die Französin Marie Marchand-Arvier - allerdings mit Torfehler.

Elisabeth Görgl

Foto © GEPAElisabeth Görgl

Die größte Herausforderung hat auf die alpinen Schidamen am Donnerstag schon vor dem Start zum ersten Abfahrtstraining in Garmisch-Partenkirchen gewartet: Wappnen gegen minus 14 Grad, die sich durch den Wind noch deutlich kälter anfühlten. Schnellste, allerdings mit Torfehler, auf der eisigen und welligen Kandahar war die Französin Marie Marchand-Arvier, die sich 0,21 Sekunden vor Lindsey Vonn (USA), 0,68 vor Daniela Merighetti und 0,93 vor Doppel-Weltmeisterin Elisabeth Görgl durchsetzte.

Der Zeitlauf auf der WM-Strecke 2011 begann mit einstündiger Verspätung, da erst der über Nacht gefallene Neuschnee aus der Piste geräumt werden musste. Die Rennläuferinnen, die ob der Eiseskälte die Zeit im Freien möglichst kurz hielten, wärmten sich im gut beheizten Starthaus der Herren auf. Thermo-Unterwäsche und Fettcremen fürs Gesicht gehörten zur Standard-Ausrüstung, teilweise fuhren die Speeddamen auch mit dicken Schals, Gesichtsmasken oder abgeklebten Wangen und Nasen, um sich vor Erfrierungen durch den Fahrtwind zu schützen.

Görgl verzichtete auf Vermummung, bei Masken habe sie das Gefühl, dass ihr die Brille anlaufe, erklärte sie. Am Freitag sollen die Temperaturen nochmals weiter in den Keller rasseln und die Minus-20-Grad-Grenze unterschreiten. "Da werde ich vielleicht im Gesicht abpicken, mal schauen", sagte Görgl, die auf der ersten Fahrt über die eisige und teilweise sehr ruppige Kandahar nicht alles optimal erwischt hatte. "Beim ersten Sprung hat es mich schon fast aufgestellt, der ist so weit gegangen. Ich bin 50 oder 45 Meter weit gehüpft."

Sturz mit Mühe verhindert

Der Sprung am Tröglhang wäre auch Andrea Fischbacher fast zum Verhängnis geworden, die Salzburgerin konnte mit Mühe einen Sturz vermeiden. "Da ist eine Nase auf dem Sprung. Das war nicht so super. Sonst finde ich die Strecke sensationell, sehr finster war es heute halt und ziemlich unruhig", erklärte Fischbacher, die mit Riesenrückstand ins Ziel kam, aber keine Nachwirkungen ihres Sturzes in St. Moritz verspürt.

Hinter Görgl zweitbeste Österreicherin wurde Anna Fenninger (11./+1,78), sie meidet die Eiseskälte, wenn es geht. "Vor allem beim Fahren wird das Gesicht so kalt, das ist nicht sehr angenehm und auch schlecht für die Haut. Aber das ist halt einfach so, wir haben das ja auch in Lake Louise gehabt und wissen, wie das funktioniert." Große Freude hat sie mit der Piste: "Sehr wellig, aber das passt eh, es war letztes Jahr auch sehr unruhig. Endlich kommt mal wieder was, wo man sich überwinden muss. Es wird sicher spektakulär werden!"

Das sagt auch Lokalmatadorin Maria Höfl-Riesch voraus: "Eine anspruchsvolle Strecke. Beim Rennen wird es hier richtig tscheppern", meinte die Deutsche, die aber weiß, dass es schwierig werden wird, Vonn zu schlagen: "Sie ist sicher die Topfavoritin. Ich werde alles tun, um hier zu glänzen." Auf der Rechnung hat die zweifache WM-Bronzemedaillengewinnerin auch Görgl: "Sie gehört zum engsten Favoritenkreis, nachdem, was sie im letzten Jahr hier abgeliefert hat."

Vonn geht in Garmisch-Partenkirchen auf den 50. Weltcup-Sieg ihrer Karriere los. "Ich werde es probieren, aber es ist wichtig, dass ich mich auf das Schifahren konzentriere", meinte die achtfache Saisonsiegerin und Weltcupführende, die die Kälte überhaupt nicht mag. "Da habe ich mir wohl den falschen Sport ausgesucht", scherzte sie. Ihr Rezept? "Wenig draußen sein, viel im Bus aufhalten und Cafe trinken."


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