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Zuletzt aktualisiert: 18.01.2012 um 14:38 UhrKommentare

Cuche im zweiten Training vor Kröll

Mit der Topzeit von 1:58,10 Minuten im zweiten Training hat der Schweizer Didier Cuche seine Favoritenrolle für die alpine Schi-Abfahrt am Samstag in Kitzbühel unterstrichen.

Didier Cuche

Foto © GEPADidier Cuche

Die Streif hat am Mittwoch im zweiten Training für die alpine Schi-Weltcup-Abfahrt am Samstag bereits deutlich mehr Zähne gezeigt. Die Bestzeit ging auf das Konto des vierfachen Kitzbühel-Abfahrtssiegers und hohen Favoriten Didier Cuche, der Schweizer verwies in 1:58,10 Minuten den Steirer Klaus Kröll und den Franzosen Johan Clarey um 0,30 Sekunden auf Platz zwei. Der Kroate Ivica Kostelic blieb bei seinem Sturz in der Traverse vor dem Zielhang unverletzt, ebenso wie Johannes Kröll. Vorläufer Michael Baumann erlitt eine Knieluxation.

Mit jedem Läufer geht Abrieb verloren und kommt das wahre Gesicht der Streif deutlicher zum Vorschein. Es ging im Vergleich zum ersten Training nicht nur schneller zur Sache, in einigen Passagen präsentierte sich die Piste bereits von ihrer ruppigen Seite. "Die Steilhangausfahrt ist mir nicht so gut gelungen, da ist es sehr unruhig, da werde ich noch eine andere Linie wählen, aber bei allem anderen bin ich ganz gut dabei", sagte Klaus Kröll, der am Dienstag Schnellster gewesen war. Vor allem Mittelteil und Schrägfahrt habe er aber sehr gut erwischt. "Von mir aus passt es, ich brauche kein Training mehr."

Aufgrund der Wetterprognosen sieht es mit einem Zeitlauf am Donnerstag nicht gut aus, weshalb viele Athleten bereits am Mittwoch mehr ans Limit gingen. Der Wengen-Zweite Hannes Reichelt hatte als Fünfter 0,72 Sekunden Rückstand auf die Spitze, für ihn ist die Streif eine echte Herausforderung. "Es war brutal unruhig, brutal schwer und teilweise eisig. Bei der Anfahrt zum Steilhang haut es dir die Schi um die Ohrwascheln, das ist brutal", sagte der Salzburger, dem es "vom Feeling her" aber deutlich besserging als am Vortag. "Man muss sich langsam herantasten. Ich bin teilweise mehr ans Limit gegangen."

Sollte der dritte Zeitlauf ausfallen, so hat auch Romed Baumann bereits genug Eindrücke gesammelt (10./1,17 zurück). "Es war nicht fehlerfrei, im oberen Teil bin ich nicht ins Fahren gekommen. Die Steilhang-Ausfahrt war nicht optimal, herunten habe ich es aber ganz gut erwischt", berichtete der Lokalmatador, der noch intensives Videostudium machen will. "Ob es noch ein Training gibt oder nicht, ich bin gut gerüstet." Mit jedem Training werde es spürbar unruhiger. "Das war heute schon mal ein Vorgeschmack." Mario Scheiber hatte 1,69 Sekunden Rückstand, Joachim Puchner 2,13 und Georg Streitberger 2,16.

Bange Momente

Bange Momente mit Tränen in den Augen erlebte im Zielraum Janica Kostelic, nachdem ihr Bruder Ivica Kostelic nach dem Hausbergsprung in der Traverse zu Sturz gekommen und im Netz gelandet war. Der Zweite im Gesamtweltcup fuhr aber selbst ins Ziel und schien unverletzt, allerdings waren Rennanzug und Unterbekleidung am rechten Oberschenkel bis auf die nackte Haut aufgerissen. Weshalb der Kroate zu Sturz gekommen war, war auf der Vidiwall nicht ersichtlich, der Athlet verließ kommentarlos gegenüber den Medien den Zielraum.

Kostelic hatte sich nach dem ersten Training am Dienstag an Athletensprecher Bode Miller (USA) gewandt. Er hatte die Befürchtung geäußert, dass der Hausbergsprung zu weit gehen könnte. Laut einer Umfrage von Miller waren die Athleten nicht mehrheitlich dieser Meinung, wie FIS-Renndirektor Günter Hujara am Abend im Team Captains Meeting berichtete, weshalb die Kante nicht verändert wurde. "Es gab ein paar unterschiedliche Meinungen, aber meiner Meinung nach ist es fahrbar", sagte etwa Klaus Kröll nach dem zweiten Training.

Vorläufer Michael Baumann kam am Mittwoch bei der Steilhang-Ausfahrt zu Sturz, er wurde mit dem Hubschrauber abtransportiert. Rennarzt Helmuth Obermoser stellte eine Knieluxation fest. Unverletzt blieben bei ihren Stürzen der Österreicher Johannes Kröll und der US-Amerikaner Travis Ganong.


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