Reichelt musste sich nur Feuz geschlagen geben
Ein Schweizer triumphiert, ein ganzes Land jubelt: "Kugelblitz" Beat Feuz hat die legendäre Lauberhorn-Abfahrt am Samstag für sich entschieden. Der Österreicher Hannes Reichelt landete auf Platz zwei vor dem Italiener Christoph Innerhofer.

Foto © APABeat Feuz hat einen seiner größten Träume erfüllt: Abfahrtssieg am Lauberhorn
Nur Fliegen ist schöner. Oder gewinnen. Hannes Reichelt, seit Sommer Besitzer des Privatpilotenscheins, strahlte im Berner Oberland, obwohl er nicht gewonnen hatte. Aber für den Radstädter war schon Platz zwei fast wie ein Sieg. "Langsam", sagte er, "sehen mich die Leute als Abfahrer. Sogar mehr als ich - aber es freut mich, weil ich diese wilden Hunde immer bewundert habe. Weil sie für mich schon eine Sonderstellung haben", sagte Reichelt.
Eine Sonderstellung, die der 31-Jährige spätestens jetzt auch erreicht hat - dank Platz zwei in der Lauberhorn-Abfahrt von Wengen ("bei einem Klassiker so weit vorne zu sein ist wie ein Traum"), geschlagen nur vom neuen Überflieger in den schnellen Disziplinen. Beat Feuz bescherte 38.000 Fans - so vielen wie noch nie - bei Traumwetter einen Traumtag und erfüllte sich selbst den wohl größten Traum: den Sieg beim größten Klassiker in der Heimat. "Ja", sagte er dann mit verschmitzten Lächeln, "es kann gut sein, dass ich im Moment auf Wolke sieben schwebe. Der Heimsieg - wovon alle träumen -, der sechste Podesplatz der Saison; viel besser geht es einfach nicht." Und viel besser als der 24-Jährige kann man das Lauberhorn auch nicht fahren. Das Erstaunliche: Feuz gelang dieses Kunststück zum zweiten Mal in 24 Stunden, denn schon die Kombi-Abfahrt hatte er dominiert.
Was ihn selbst am meisten freute? Vielleicht, dass damit auch die Spekulationen über seine fehlende Fitness Vergangenheit sein sollten. "Wenn man die längste Abfahrt der Welt gewinnt und im Ziel-S noch die Kraft zur zweitschnellsten Zeit hat, dann erübrigt sich diese Frage wohl", sagt er. Und beantwortete auch die Frage, warum er den ganzen Rummel so ruhig über sich ergehen lässt: "Das hab' ich vom Pokern. Da darfst du dem Gegner auch deine Gefühle nicht zeigen."
Ein Fehler zu viel
Die Gegner zogen allesamt nur den Hut vor Feuz - auch Vorjahressieger Klaus Kröll, der diesmal auch mit Platz sechs gut leben konnte: "Meine Fahrt war gut, aber ich hatte Fehler. Da ist eben nicht mehr drin", meinte der Steirer. "Mehr drin" wäre dafür bei Romed Baumann gewesen: Der Tiroler fuhr ganz oben schneller als Feuz und war auch in den untersten beiden Abschnitten der einzige, der schneller als Feuz war - ein schwerer Fehler nach der Minsch-Kante machte aber alle Hoffnungen zunichte. "So läuft's halt im Moment. Ich bin schnell, ich fahre gut, ich habe attackiert - aber einen Fehler zu viel gemacht." Und so warten die österreichischen Abfahrer weiter auf den ersten Saisonsieg.
Am liebsten wäre er ihnen selbst schon kommende Woche - in Kitzbühel: "Im Vorjahr hat der Klaus in der Schweiz gewonnen, dafür der Schweizer Cuche in Kitz; diesmal drehen wir es hoffentlich um", sagte Baumann. Und Kröll ergänzt: "Hannes, Romed und ich sind schnell - wir sind bereit für den Sieg."
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Erstes Streif-Training am Dienstag
Das erste Training für die Weltcup-Abfahrt der Herren am kommenden Samstag in Kitzbühel wird aufgrund der Wetterprognose für die Woche und nach Rücksprache mit FIS-Chef-Renndirektor Günter Hujara bereits am Dienstag in Szene gehen. Geplante Startzeit ist 11.30 Uhr. Für Mittwoch und Donnerstag sind zwei weitere Trainings geplant. Am Freitag findet ein Super-G, am Sonntag ein Slalom statt.
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Endergebnisse
- 1. Beat Feuz (SUI) 2:35,31
- 2. Hannes Reichelt (AUT) +0,44
- 3. Christof Innerhofer (ITA) +0,49
- 4. Carlo Janka (SUI) +0,61
- 5. Bode Miller (USA) +0,77
- 6. Klaus Kröll (AUT) +0,89
- 8. Romed Baumann (AUT) +1,22
- 25. Joachim Puchner (AUT) +2,43
- 26. G. Streitberger (AUT) +2,49
- 40. Mario Scheiber (AUT) +4,00
















