Plastik statt Spitze: Aufregung um Mazes Unterwäsche
Erlaubt - ja oder nein? Die Schi-Unterwäsche von Tina Maze, Zweite beim Super-G in Bad Kleinkirchheim, sorgt im Schi-Weltcup derzeit für Aufregung.

Foto © KKTina Mazes Unterwäsche soll in Lienz nicht regelkonform gewesen sein
Damen-Unterwäsche sorgt für Aufregung im Schi-Weltcup. Aber nicht, weil sie besonders feine Spitze ist oder besonders viel offenbaren würde - im Gegenteil. Tina Mazes Schi-Unterwäsche ist es, die in Aufregung versetzt. Angeblich, so der Verdacht des Schweizer Verbandes, ist die Unterwäsche - oder besser der Overall, den die Fahrerinnen in den schnellen Disziplinen unter dem Rennanzug tragen - der Slowenin bei ihrem zweiten Platz im Super-G von Bad Kleinkirchheim plastifiziert gewesen - und das ist im Schirennsport strengstens verboten.
Vorteil durch plastifizierte Anzüge
Warum? "Zumindest beim Rennanzug ist klar, dass plastifizierte Anzüge Vorteile bringen, schneller machen", erklärt Toni Giger, im ÖSV für Materialentwicklung zuständig. Er ergänzt: "Die Unterwäsche muss denselben Richtlinien entsprechen wie der Rennanzug, was Luftdurchlässigkeit betrifft." Der Salzburger, Ex-Cheftrainer der Herren, tüftelt viel am Material: "Weil es wichtig ist, zumindest keinen Nachteil zu haben. Und wenn man sich einen Vorteil erarbeitet, schadet das ja nicht", sagt er mit einem Lächeln. Im Grunde sind die Voraussetzungen klar, sagt Giger: "Jede Falte verschlechtert die Aerodynamik. Das heißt: Der Anzug und die Unterwäsche müssen perfekt sitzen. Sie sollten leichte Kompression ausüben, weil Muskeln dann besser funktionieren. Sie sollten Wärmeschutz bieten, aber zugleich übermäßiges Schwitzen verhindern", sagt Giger.
Was das alles bringt? "Ganz ehrlich: Das spielt sich im Hundertstelbereich ab. Aber es bringt was." Dass man auch ohne Hightech-Unterwäsche gewinnen kann, ist auch klar. Michaela Dorfmeister etwa fuhr aus Aberglaube fast ihre gesamte Karriere mit der - immer frisch gewaschenen - langen Unterhose. Sie sorgte eben mit Siegen für Aufregung, nicht mit Unterwäsche.
Features
FIS-Regel § 5 Wettkampfbekleidung
"Die minimale Luftdurchlässigkeit wird dadurch festgelegt, dass ein nicht gespanntes Gewebe bei einem Messunterdruck von 10 mm Wassersäule eine mittlere Luftdurchlässigkeit von minimal 30 Liter/m² und Sekunde aufweisen muss."















