Suter gewinnt, Fenninger wird Dritte
Fast vier Jahre musste Fabienne Suter warten, ehe sie in Bad Kleinkirchheim wieder einen Super-G-Sieg feiern konnte. Anna Fenninger wurde Dritte, weil ihr am Start das nötige Kribbeln völlig fehlte.

Foto © APAAnna Fenninger strahlt wieder
Nichts wurde es mit einem österreichischen Doppel-Sieg in Kleinkirchheim. Denn den Super-G gewann Fabienne Suter. Mit ihrem insgesamt erst vierten Weltcupsieg machte sich die Schweizerin selbst das schönste Geschenk zum 27. Geburtstag, den sie am 5. Jänner gefeiert hatte. Ihren bislang letzten feierte sie am 13. März 2008 in Bormio: "Es ist schön, wieder ganz oben zu stehen. Hier gefällt es mir." Das konnte am Sonntag auch Anna Fenninger wieder sagen. Für sie ist Platz drei hinter Tina Maze (SLO) ein "riesiger Erfolg".
Fanansturm
Mit 10.000 bis 12.000 Zuschauern an beiden Tagen hatten die Verantwortlichen in Kleinkirchheim gerechnet. Geworden sind es am Ende aber fast 15.500. Zur Abfahrt am Samstag pilgerten 8.400 Fans, zum Super-G kam 6500.
Dass die Salzburgerin vor den begeisterten 6500 Zuschauern nicht auf Platz eins fahren konnte, lag an der fehlenden Nervosität vor dem Start: "Meine Gefühlslage war ganz anders als sonst. Es fehlte völlig das nötige Kribbeln." Dabei braucht die 22-Jährige das gerade beim Super-G, sonst fühlt sie sich unsicher. Das wirkt sich dann so aus, dass sie sich völlig unsicher ist, nicht weiß, wann sie was wie tun muss.
Im Ziel geärgert
Als Fenninger nach der Zieldurchfahrt die Zwei vor ihrem Namen aufscheinen sah, kam kurz Ärger in der Kombinations-Weltmeisterin durch: "Es wäre mehr möglich gewesen, hätte ich die letzte Kurve nicht verhaut." Viel mehr "verhaut" wäre gewesen, wenn es Fenninger nicht gelungen wäre die Ereignisse des Vortages aus dem Kopf zu bekommen.
Rekordverdächtig
19 Mal in Folge stand Lindsey Vonn bei Super-G-Rennen auf dem Podest. Am Sonntag reichte es für die US-Amerikanerin nur zu Platz 18. Nur einmal war sie noch schlechter: vor 2184 Tagen, am 15. Jänner 2006 in Kleinkirchheim. Da belegte sie noch als Lindsey Kildow nur den 43. Rang.
Da verkraftete die Salzburgerin den Ansturm der Fans nicht. Am Ende brach sie in Tränen aus. Noch am Abend zog sie sich mit Mentalbetreuerin Sandra Lahnsteiner in eine ruhige Ecke zurück, um die Vorgänge aufzuarbeiten. Gemeinsam wurde ein Plan ausgearbeitet, an den sich die Läuferin vor dem Rennen genau gehalten hat.
"Ich bin dankbar für alles, was ich hier in Kleinkirchheim erlebt habe. Jetzt weiß ich, was mich bei der WM in Schladming erwarten wird, wie groß der Rummel um mich sein kann", sagte Fenninger. Sie will sich aber auf keinen Fall ändern, ihre menschliche Seite, oft zu nett zu allen sein zu wollen, nicht verstecken und gekünstelt wirken. Sie will "aber lernen, bestimmte Dinge nicht mehr so nahe an mich heranzulassen, nicht mehr zu viel an die anderen, mehr an mich denken".
Zu wenig trainiert
Nur als "sehr mittelmäßig" bezeichnete Lizz Görgl ihre Fahrt auf Platz neun. Zu brav, zu sauber, zu solide sei sie gefahren, um vorne mitmischen zu können.
Für die Steirerin stand gleich nach dem Rennen fest: sie muss mehr Super-G-Kilometer machen, da sie auch im Training zu unkonstant fährt. Den ersten Top-Ten-Platz dieser Saison konnte Niki Hosp als Zehnte einfahren. Obwohl seit Langem erstmals wieder die Super-G-Schi angeschnallt hatte. Von Kleinkirchheim ging es direkt weiter zum RTL-Training. Daher lässt die Bichlbacherin auch die Abfahrt diese Woche in Cortina aus. Im Super-G ist sie am Start.
Features
Super-G, Endstand
- F. Suter (SUI) 1:09,55 Min.
- T. Maze (SLO) +0,34
- A. Fenninger (AUT) +0,74
- F. Aufdenblatten (SUI) +0,78
- L.Gut (SUI) +0,88
- V. Hronek (GER) +0,91
- D. Gisin (SUI) +0,97
- J. Mancuso (USA) +1,01
- E. Görgl (AUT) +1,15
- N. Hosp (AUT) +1,21


















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