Innerhofers Erfolgsgeheimnis
Warum Christof Innerhofer nicht nur wegen seiner drei WM-Medaillen in Italien ein Star ist. Warum er derzeit nicht fit ist - und er in Gröden wohl nicht gewinnen wird.

Foto © ReutersChristof Innerhofer
Christof Innerhofer redet gerne - und viel. Und er scheut das Licht der Öffentlichkeit nicht, ganz im Gegenteil. Zum Interview kommt er im Armani-Shirt. "Mein Sponsor", sagt er, "sie unterstützen sonst noch Rafael Nadal und Federica Pellegrini", erzählt er ganz stolz. Überhaupt hat Innerhofer, der just am Tag der Abfahrt in Gröden am Samstag seinen 27. Geburtstag feiert, viele Sponsoren. Er hat es geschafft, seinen kompletten WM-Medaillensatz von Garmisch-Partenkirchen (Gold im Super-G, Silber in der Kombination und Bronze in der Abfahrt) für sich zu verwerten.
Innerhofer als Model
"Ich habe wirklich viele Termine absolviert." Und er hat einen Trumpf: "Andere haben Schigebiete oder Versicherungen als Kopfsponsor - ich trag halt Unterwäsche auf dem Kopf." Und diese Partnerschaft verlieh dem Bekanntheitsgrad Innerhofers Flügel. "Inner", wie er außerhalb Südtirols gerne genannt wird, war lebensgroß in jeder Filiale zu sehen. "Und da gibt es 3000", sagt er stolz. Der Südtiroler gefällt sich in der Rolle des Models - und diese Rolle gefällt den Italienern. "Normal sagt man ja, dass Schifahren südlich von Verona keinen interessiert. Aber weil ich drei Medaillen geholt habe, und das als zweiter Italiener überhaupt, hat es interessiert. Und mit den Fotos war ich auf vielen Magazinen: GQ, Vanity Fair - das hat mich bekannt gemacht."
Trainiert hat er trotzdem - hart noch dazu: "Irgendwann habe ich bei den Terminen zwar keinen Punkt, aber einen Beistrich gemacht und vieles abgesagt." Alles lief nach Plan, bis er im Stubaital stürzte. "Gar nicht so arg, aber ich bin auf den Kopf gefallen." Es folgte eine Pause, Untersuchungen, der Flug nach Amerika. Das Kopfweh blieb, Innerhofer stürzte noch zwei weitere Male. "Und plötzlich", sagt er, "war ich nicht mehr derselbe Christof wie vorher." Soll heißen: Das Fahren, ohne nachzudenken, das spielerische Risiko - alles war auf einmal weg.
"Im Moment kämpfe ich mich zurück", sagt Innerhofer, "und ich weiß, wenn ich wieder topfit bin, kann ich ganz vorne mitfahren." Nur just in Gröden nicht. "Ich fühle mich hier sehr wohl, es kommen viele Fans. Alles passt, nur diese Piste liegt mir nicht. Aber die werden sie für mich wohl kaum austauschen . . ."
Features
Christof Innerhofer
- Geboren am 17. Dezember 1984
- Wohnort: Gais
- Größte Erfolge: WM-Gold, -Silber und -Bronze 2011 Garmisch, 2 Weltcupsiege














