Görgl ist staatlich geprüft - und schnell
Die Entdeckung der Langsamkeit, oder: Warum der Steirer Stephan Görgl schon in Sölden von der Ausbildung zum Schilehrer auch als Rennfahrer profitieren will.

Foto © GEPASteht gut auf dem Schi: Der Steirer Stephan Görgl hofft auf eine gute Saison
Rundum zufrieden. So klingt Stephan Görgl zurzeit. Und er widerspricht auch nicht, wenn man diese Mutmaßung äußert. "Ja, im Moment stimmt alles", sagt der Steirer. Nicht zuletzt deswegen, weil er sich vergangene Woche in der Qualifikation durchgesetzt hat, auch in diesem Jahr Teil des Teams ist, das am Sonntag beim Weltcup-Auftakt in Sölden um Punkte fährt. Zum siebenten Mal ist er schon auf dem Gletscher am Start.
"Dabei", sagt der 33-Jährige, "war der Qualifikationstag in Sölden einer meiner rabenschwarzen Tage in dieser Vorbereitung. Aber eine Qualifikation ist halt immer eine Zitterpartie. Im Rennen kannst du ohnehin nur riskieren!" Das tut er übrigens in diesem Jahr ein wenig anders.
Denn der Wahl-Innsbrucker hat im Frühjahr, gleich nach Saisonschluss, die Ausbildung zum staatlich geprüften Schilehrer abgeschlossen - was ihm auch im Rennsport hilft: "Ich bin zwar von klein auf auf Schi, aber eben nur im Hinblick auf Rennen. Wenn man diese Ausbildung macht, dann kommt man drauf, dass sich vielleicht Fehler in gewisse Bewegungen eingeschlichen haben." Fehler, die durch das hohe Tempo im Rennsport vielleicht nicht so auffallen, die aber beim "Schule fahren" sofort als Schlampigkeit identifiziert werden. Görgl: "Wenn du fast in Zeitlupe fahren musst, fällt der kleinste Fehler auf!"
Perfektes Trainingslager
Dieses Wissen machte er sich zu eigen, er perfektionierte die Technik auch im Renntempo, etwa im Trainingslager in Südamerika. "Fast einen Monat war ich dort, die Bedingungen waren einfach perfekt", erzählt Görgl, der im September dafür noch einen ungewöhnlichen Zugang wählte: "Ich habe noch einmal einen Urlaub eingelegt. Das war eine gute Entscheidung." Die Akkus sind also voll - und Görgl, der mit Schwester Elisabeth die steirischen Farben auf dem Rettenbachferner vertritt, ist guter Dinge, was die Saison betrifft, einem Jahr ohne Großereignisse.
"Im Riesentorlauf hoffe ich, dass ich schnell Fuß fasse und bald wieder dort bin, wo ich hingehöre. Und das sind definitiv die Top 15. Im Super-G habe ich den Sprung unter die Top 30 im Vorjahr geschafft. Und wenn man dort ist, ist alles möglich, man kann auch um den Sieg mitfahren. Es gibt ja wirklich Kurse, die mir liegen."
Kurz gesagt: Görgl ist tatsächlich rundum zufrieden - was seine Laune noch heben würde: Eisige Bedingungen in Sölden: "Dann ist das Paket perfekt!"
















