Stark dezimierte ÖSV-Abfahrer bestreiten WM-Generalprobe
Der Salzburger Michael Walchhofer ließ den Kanadier Erik Guay und den Steirer Klaus Kröll im Training hinter sich.

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Nach den schweren Stürzen von Hans Grugger und Mario Scheiber versuchen sich die österreichischen Schifahrer am Wochenende in Chamonix wieder aufs Sportliche zu konzentrieren. "Es ist wirklich sehr schwer nach den grauslichen Vorfällen der vergangenen Tage. Aber das ist unser Job. Es geht immer weiter, egal was passiert", meinte Klaus Kröll, der am Samstag um 12.00 Uhr bei der WM-Generalprobe der Abfahrer zum Favoritenkreis gehört. Am Freitag ist es den stark dezimierten ÖSV-Abfahrern im Abschlusstraining gut gelungen, die Gedanken an die jüngsten schweren Zwischenfälle mit ÖSV-Beteiligung auszublenden. Michael Walchhofer war der Schnellste, Kröll Dritter und Joachim Puchner Achter.
"Ich wäre enttäuscht gewesen, wenn ich nicht ganz vorne gewesen wäre, denn ich habe richtig Gas gegeben", sagte Walchhofer nach seiner Bestzeit. Der Salzburger Routinier rechnet mit einer Hundertstelschlacht, die sich auch in den Trainings abgezeichnet hat. Seine gesundheitlichen Probleme (Knie, Kehlkopf) hat Walchhofer trotz Schmerzen soweit im Griff. Viel wichtiger war ihm und seinen Kollegen aber, dass Scheiber relativ glimpflich davongekommen ist. Der Verschneider von Scheiber sei "symptomatisch für solche Strecken" gewesen. "Denn nach Kitzbühel glaubt man, dass das ein Kindergeburtstag ist. Aber so ist es nicht. Man ist dann vielleicht nicht ganz so konzentriert", betonte Walchhofer, der aber auch erneut eine Entschärfung auf dem Materialsektor forderte: "Das Material sollte ein bisschen humaner werden."
Auch Kröll atmete nach der leichten Entwarnung aus dem Spital (Schlüsselbein- und Nasenbeinbruch) in Sallanches tief durch. "Für den Scheibsi sind das ja gar keine Verletzungen. Die Knie sind heil, das ist das Wichtigste. Den sehen wir schon in Kvitfjell (11. März, Anm.) wieder", sagte der Steirer voller Optimismus. Kröll war trotz Fehlern in den Trainings vorne dabei, "und das ist ein sehr gutes Zeichen". Der Steirer glaubt wie Walchhofer, dass es extrem eng zugehen wird. "Die ersten 20 könnten nur durch eine Sekunde getrennt sein." Durch die Verletzungen von Scheiber und Grugger sind plötzlich auch wieder die Karten um die ÖSV-WM-Startplätze neu gemischt worden. In der Abfahrt dürften Walchhofer, Kröll und Scheibers Zimmerkollege Romed Baumann die Startplätze sicher haben. Erster Kandidat aufs vierte Ticket ist Georg Streitberger, aber auch Puchner und Hannes Reichelt haben noch Außenseiterchancen.
Obwohl in Chamonix am Sonntag (11.00 und 14.00 Uhr) auch eine Super-Kombination auf dem Programm steht, lassen zahlreiche Top-Allrounder die französische Weltcup-Station links liegen. Für Benjamin Raich, Bode Miller, Ted Ligety und Carlo Janka gilt die volle Konzentration der Vorbereitung auf die in eineinhalb Wochen beginnenden Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen - die Jagd auf den überlegenen Weltcup-Leader Ivica Kostelic scheint ohnehin aussichtslos.














