Kostelic stahl allen die Show
Ivica Kostelic gewinnt den Slalom-Klassiker von Wengen vor dem Österreicher Marcel Hirscher und dem Franzosen Jean-Baptiste Grange. Raich und Matt werden ex aequo Fünfte.

Foto © GEPADas Siegertrio
Unten", sagte Marcel Hirscher mit einem Blitzen in den Augen und noch ein wenig außer Atem, "muss ich ja brutal schnell gewesen sein." Unten, damit meinte er nach seinem Fehler im zweiten Lauf, bei dem er schon im weichen Frühjahrsschnee am Wengener Slalom-Hang namens Jungfrau gelegen war. Dort, wo er den Sieg verspielte; und eigentlich, so meinte man, auch jede Chance auf eine gute Platzierung. Doch Hirscher nahm wieder Fahrt auf - und wurde Zweiter. Geschlagen von Ivica Kostelic, der wie schon eine Woche zuvor in Adelboden die weichen, schwierigen Bedingungen perfekt ausnützte - und wie im Vorjahr den Slalom in Wengen gewann, diesmal aber erstmals als Doppelsieger (Super-Kombi und Slalom), den Zug ins Tal bestieg. Als klar Führender im Weltcup sowieso.
Der Freude von Marcel Hirscher tat es aber keinen Abbruch, dass er nicht gewonnen hatte. "Sicher hätte ich ohne den Fehler eine Chance gehabt. Aber ich bin kein Fan von Hätti-Wari", erklärte der Salzburger. Vielmehr "habe ich doch eine tolle Show geboten. Es hat mich gefreut und es hat die Zuschauer gefreut - und genau so soll es im Schisport doch auch sein."
Es war tatsächlich eine Show, bei Frühlingstemperaturen im Jänner, auf einer nachlassenden Piste, die den Läufern alles abverlangte: schifahrerisches Können ebenso wie taktisches Kalkül. "So soll Schifahren sein. Nicht alle fahren die Eispiste hinunter und keiner sieht, warum wer im Ziel vorne ist", sagte Hirscher und Kostelic unterstützte ihn in dieser Forderung: "Das war fast so wie früher: Nicht blind attackieren, sondern Probleme lösen. So wie einst Stenmark", schwärmte der Kroate, der freilich mit 215 Punkten Vorsprung im Gesamt-Weltcup leicht lachen hat. "Aber das Geheimnis ist, dass ich diesmal wirklich nur Rennen für Rennen nehme - und nicht an die Gesamtwertung denke."
Matt und Raich ex aequo
Ansonsten finden die österreichischen Slalom-Asse langsam den Weg an die Spitze: Mario Matt katapultierte sich mit klarer Laufbestzeit im zweiten Lauf noch auf Rang fünf und unterstrich damit, dass er auf dem Weg zurück an die Spitze ist. Platz fünf teilte er sich mit Benni Raich, der damit nicht ganz zufrieden war: "Ich bin schnell, also muss ich mehr wollen." Nichts zu lachen hatte Weltmeister Pranger: Disqualifikation - falsche Schi-Taillierung.
Features
Fotoserie
Ergebnisse Top 10:
- 1. Ivica Kostelic (CRO)
- 2. Marcel Hirscher (AUT)
- 3. Jean-Baptiste Grange (FRA)
- 4. Michael Janyk (CAN)
- 5. Mario Matt (AUT)
- 5. Benjamin Raich (AUT)
- 7. Manfred Mölgg (ITA)
- 8. Cristian Deville (ITA)
- 9. Felix Neureuther (GER)
- 10. Mattias Hargin (SWE)
Gesamtwertung
- 1. Ivica Kostelic (CRO) 726
- 2. Aksel Lund Svindal (NOR) 511
- 3. Silvan Zurbriggen (SUI) 468
- 4. Benjamin Raich (AUT) 434
- 5. Michael Walchhofer (AUT) 433
- 6. Didier Cuche (SUI) 423
- 7. Marcel Hirscher (AUT) 419
- 8. Carlo Janka (SUI) 415
- 9. Ted Ligety (USA) 408
- 10. Romed Baumann (AUT) 385















