Erik Schinegger: Jubiläum und Hollywoodfilm
Am 6. Jänner 1961 bestritt Erik Schinegger, damals noch als Erika, das erste Schirennen. Hollywood will ab März sein Leben verfilmen.

Foto © KöstingerHeute leitet Erik Schnigger eine Schischule auf der Simonhöhe
Die Kinder tummeln sich um Erik Schinegger. In der Schischule auf der Simonhöhe herrscht früh am Morgen reges Treiben. Viele der Kleinen werden an diesem Tag ihre ersten Schwünge im Schnee machen. Und sie sind dabei kaum jünger als es Schinegger war, als er - damals noch als 12-jähriges Mädchen - sein erstes Rennen bestritt, und gewann.
Auf den Tag genau 50 Jahre ist das jetzt her. Der Schiklub Feldkirchen hatte am 6. Jänner 1961 zum Volksschitag auf die Lueger-Leitn auf der Tschwarzen geladen. "Ich habe damals die Hauptschule in Feldkirchen besucht. Der Lehrerin bin ich beim Schulschitag aufgefallen und sie hat gemeint, ich soll beim Rennen mitfahren", erinnert sich Schinegger. Sechs Kinder aus St. Urban machten sich auf den Weg nach Feldkirchen - nicht mit Bus oder Zug, sondern im Langlaufstil mit den Schiern. Der Volksschitag auf der Tschwarzen war "außerordentlich gut besucht", wie eine Zeitung damals schrieb, und weiter stand zu lesen: "Eine besondere Überraschung war bei den Mädchen E. Schinegger, die alle Jungen überbot."
Bäume als Tore
Dies war der Startschuss für Schineggers Schikarriere, an deren Höhepunkt 1966 der Weltmeistertitel stand. Auf der Lueger-Leitn war der Schiklub auf das Talent Schineggers aufmerksam geworden. "Bis zu diesem Zeitpunkt war ich Autodidakt. Ich habe mir die Schirennen im Fernsehen angeschaut und hab's dann selbst ausprobiert. Meine ersten Tore waren die Obstbäume in unserem Garten", so Schinegger. Was folgte, waren zahlreiche Teilnahmen an Schüler- und Jugendmeisterschaften. Im Alter von 15 gehörte Schinegger dann dem österreichischen Jugendkader an, mit 16 fuhr sie im Frauennationalteam. Bis zu jenem Tag, an dem sich 1968 herausstellte, dass Schinegger ein Mann ist.
Das ist seine Geschichte und genau diese soll nun zu einem Spielfilm werden. Im Jahr 2001 wurde Hollywood auf den Mann, der Weltmeisterin wurde, aufmerksam. 2004 nahm man mit dem St. Urbaner Kontakt auf. Mittlerweile steht fest: Heuer soll die Zehn-Millionen-Dollar-Produktion über die Bühne gehen, im März ist Drehbeginn. Schinegger freut sich darüber, auch wenn er bedauert, dass der Film zum Großteil in Tirol und nicht in Kärnten gedreht wird.
Er selbst bleibt seinem Land, vor allem aber "seiner" Simonhöhe, treu: "Der Sport hat mir so viel gegeben und das gebe ich gerne an andere weiter. Es geht mir einfach jedes Mal das Herz auf, wenn ich wieder ein Kind für das Schifahren begeistern kann."















