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Zuletzt aktualisiert: 23.10.2010 um 10:43 UhrKommentare

"Sölden ist immer ein wichtiger Gradmesser"

ÖSV-Herren starten mit vier heißen Eisen in den Saison-Auftakt. Alle Hoffnungen ruhen auf den Raich, Baumann, Schörghofer und Hirscher.

Foto © AP

24 Stunden nach den Damen starten am Sonntag die alpinen Ski-Herren in den WM-Winter. Österreich hofft beim Auftakt-Riesentorlauf in Sölden (10.00 und 13.00 Uhr) vor allem auf Benjamin Raich, die weiteren ÖSV-Hoffnungsträger sind aufgrund der gezeigten Trainingsleistungen Marcel Hirscher, Romed Baumann und Philipp Schörghofer. Die ausländische Konkurrenz führen Titelverteidiger Didier Cuche (SUI), Gesamt-Weltcup-Champion Carlo Janka (SUI), Riesentorlauf-Weltcup-Gewinner Ted Ligety (USA) sowie die ehemaligen Sölden-Sieger Aksel Lund Svindal (NOR) und Bode Miller (USA) an.

Die Österreicher sind seit dem Sieg von Hermann Maier im Jahr 2005 nicht mehr aufs Sölden-Stockerl gefahren. Raich war seitdem als Vierter (2007, 2008) und Fünfter (2009) jeweils bester Österreicher. Diesmal will Österreichs einziger echter Anwärter auf den Gesamt-Weltcup in seinem elften Sölden-Rennen endlich erstmals aufs Podest. "Ich war schon oft knapp dran, manchmal hat auch das Quäntchen Glück gefehlt. Sölden liegt mir eigentlich und ich habe auch heuer sicher meine Chancen. Ich bin gut drauf", meinte der 32-jährige Tiroler vor jenem Rennen, das seiner Heimat im Pitztal am nächsten ist.

Seit 2005 war kein Österreicher auf dem Sölden-Stockerl

Baumann war im Rahmen der vier teaminternen Quali-Zeitläufe Mitte Oktober zweimal der Schnellste, das eineinhalbmonatige verschärfte Riesentorlauf-Training hat beim 24-Jährigen Wirkung gezeigt. "Ich fühle mich im Riesentorlauf im Vergleich zum Vorjahr um einiges stärker, ich habe deutlich mehr Konstanz in die Läufe reingebracht", berichtete Baumann, der sich für Sonntag eventuell zum Favoritenkreis zählt: "Wenn ich zwei fehlerfreie Fahrten habe und mir die Kurssetzung entgegenkommt."

Schörghofer hat beim Weltcup-Finale der vergangenen Saison in Garmisch-Partenkirchen als Dritter sein erstes Podest-Ergebnis im Weltcup eingefahren. Für den 27-Jährigen war dies ein Aha-Erlebnis, das den berühmten Schalter umgelegt haben könnte: "Das Stockerl ist nur möglich, wenn du Vollgas gibst und dir der Rest egal ist. Mit schön runterfahren, reißt du nichts." Das weiß Teamkollege Hirscher schon lange, obwohl er erst 21 Jahre alt ist.

Hirscher hat in der vergangenen Saison zwei Weltcup-Riesentorläufe gewonnen. "Diese Leistungen möchte ich bestätigen, das wäre wichtig. Ich bin extrem gespannt, wie es am Sonntag laufen wird", meinte Hirscher.

Cuche könnte zum letzten Mal als Rennfahrer in Sölden zu sehen sein, der 36-Jährige denkt über ein Karriereende nach dieser Saison nach. "Ich gehöre schon zu den Oldies, da betrachtet man jedes Rennen als Höhepunkt. In Sölden würde für mich ein Top-Fünf-Platz einen gelungenen Saisonstart bedeuten", sagte Cuche, der die im Frühjahr extrem starken Rückenschmerzen aktuell im Griff hat. Landsmann Janka, der wie im vergangenen Sommer auch diesmal von einer rätselhaften Viruserkrankung heimgesucht wurde, fiebert dem Startschuss ebenfalls entgegen: "Sölden ist immer ein wichtiger Gradmesser, wie gut man trainiert hat und wie gut die anderen sind."

Ligety hat bereits zum dritten Mal seit 2006 die Skifirma gewechselt, in diese Saison geht der 26-Jährige auf Head-Skiern. "Ein Skiwechsel ist für mich eine gute Motivation und bringt frischen Wind. Ich möchte in den nächsten Jahren auf den Gesamt-Weltcup losgehen", stellte Ligety klar. Schon zweimal den Gesamt-Weltcup gewonnen hat Teamkollege Miller, im kommenden Winter sieht er gute Chancen auf seinen dritten Streich.

Für Sölden bremste Miller allerdings ein wenig die Erwartungen. "Der Riesentorlauf ist die einzige Disziplin, in der ich früher stärker war als jetzt." Svindal sieht in Sölden "ein sehr spezielles und für den gesamten Weltcup sehr wichtiges Rennen". Auf einzelne Ziele will sich der Norweger, seit Sommer mit Julia Mancuso und Sponsor Red Bull fix liiert, im WM-Winter nicht festlegen. "Ich will schnell sein. Denn wenn du schnell bist, dann gewinnst du Rennen. Und dann bist du automatisch ein Anwärter auf den Gesamt-Weltcup und WM-Medaillen."

Ganz stark schätzt Svindal seinen norwegischen Teamkollegen und Freund Kjetil Jansrud ein. Ein Comeback gibt der Finne Kalle Palander, der nach einem Belastungsbruch im Schienbein sein erstes Weltcup-Rennen seit 22. Jänner 2008 bestreitet. "Wenn ich normal fahre, kann ich es vielleicht unter die Top-Ten schaffen", meinte der 33-Jährige optimistisch.


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