Rot-weiß-rotes Kulturgut in Gefahr
Am Mölltaler Gletscher wird fleißig trainiert. Das Schigebiet ist eines jener Resorts, die den ÖSV unterstützen und dazu beitragen wollen, dass Schifahren als Kulturgut erhalten bleibt.

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"Ab zum Schnee" heißt die Aktion, die Ostösterreicher um 99 Euro mit Bus, Zug oder Flugzeug zum Schifahren in die Berge bringt. Jene 50, die dieser Tage am Mölltaler Gletscher ihre ersten Saisonschwünge zogen, taten dies Seite an Seite mit ÖSV-Stars wie Reinfried Herbst oder Nicole Hosp.
Im Mölltal tut man dies besonders intensiv, weil auch die ÖSV-Nachwuchskader in das Programm eingebunden sind und hier gratis trainieren können. Hintergrund ist die Initiative der Schultz-Gruppe, einem aus dem Zillertal stammenden Familienunternehmen, das als mittlerweile größter privater Schigebiet-Betreiber (80 Mio. Euro Umsatz, 700 Mitarbeiter) in Österreich sechs Schigebiete unter seinen Fittichen hat. Als solches sieht man die Unterstützung der ÖSV-Athleten natürlich einerseits als Werbung, andererseits aber auch als Selbstzweck.
"Trendiger Schisport"
Geschäftsführerin der Schultz-Holding zusammen mit ihrem Bruder Heinz ist Martha Schultz, die seit kurzem auch als Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer in Österreich fungiert. "Für uns als Tourismusunternehmen und Schigebiet-Betreiber ist es wichtig, dass es junge Schifahrer gibt, dass es trendig ist, dass Menschen Sport betreiben, speziell Schifahren", erklärte Schultz am Rande eines ÖSV-Medientermins auf dem Gletscherschigebiet. Dazu, so Schultz, brauche es Spitzensportler als Vorbild genauso wie Nachwuchssportler und die kleinen Schiclubs in den Dörfern. Und leistbare Schigebiete.
Auch für die Schultz-Gruppe liegt es daher auf der Hand, dass nur schibegeisterte Kinder später auch als Erwachsene wiederkehren. Dazu dürfe der Schisport nicht elitär werden, sondern müsse Breitensport bleiben, ist die Zillertaler Unternehmerin überzeugt. Und letztlich gehe es hier auch um österreichisches Kulturgut. Schultz: "Es geht um die Tradition, um die Kultur, um Österreich. Dieses Land gilt als Schi-Nation, da muss man schon im Kleinen anfangen."
Angebote
Das tut die Schultz-Gruppe, indem sie jährlich mit mehreren hunderttausend Euro Schulprojekte unterstützt. Sieben Tage Schulschiwoche alles inklusive plus Anreise, aber ohne Stornogebühren und mit Rücksicht auf Migrationshintergrund etwa werden um 299 Euro angeboten.
Das Konzept hat in Deutschland so gut eingeschlagen, dass man dort inzwischen Marktführer ist. 62.000 Schüler und Schülerinnen aus dem Nachbarland kamen im Vorwinter so in Österreich zum Schisport. Aus Österreich selbst, wo es bekanntlich keine Verordnung für Schulsport mehr gibt und die Zahl der schifahrenden Kinder seitdem dramatisch zurückgegangen ist, waren es nicht einmal 2.000.
"Wir als Unternehmen tun alles, damit Schifahren nicht mehr als Elitesport gilt, sondern für jeden leistbar ist", erklärte Schultz. Gefordert sei nun die Politik. "Schulsportwochen gehören wieder aktiviert!"














