Schicross-Pionierin Karin Huttary tritt ab
Schi-Cross-Pionierin Karin Huttary (32) hat nach einem neuerlichen Kreuzbandriss ihr Karriereende bekanntgegeben.

Foto © GEPAKarin Huttary
Die 32-jährige Tirolerin, die 2004 erste österreichische Meisterin in dieser Freestyle-Disziplin geworden war und sich 2005 in Ruka auch zur ersten Weltmeisterin des Internationalen Schiverbandes (FIS) gekürt hat, hat vier Siege im Weltcup eingefahren. Bei der Olympiapremiere im Februar auf dem kanadischen Cypress Mountain verpasste sie eine Medaille als Vierte nur knapp.
Wendepunkt
"Nach einem Sturz beim Rennen in Grindelwald sitze ich nun wieder einmal mit einem operierten Kreuzband auf meinem Sofa und blicke einem Sommer mit Reha entgegen. Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem Gesundheit zu einem wesentlichen Thema meines zukünftigen Lebens geworden ist", schrieb Huttary in einer E-mail an den österreichischen Schiverband (ÖSV). Nach einem Leben mit zwei Schiern an den Füßen fühle sie, wie eine persönliche Ära zu Ende gehe und ein Wendepunkt in ihrer Karriere gekommen sei. Sie werde ihrer Zukunft mit offenen Armen entgegengehen.
Begonnen hat Huttary nach der Ausbildung im Schigymnasium in Stams ihre Karriere als Alpinschiläuferin, und zwar nicht für Österreich, sondern für Schweden, dem Heimatland ihrer Mutter. Im schwedischen Alpinteam (fuhr von 1996 bis 2001 Europacup- und ein paar Weltcuprennen) kam sie dann auch in Kontakt mit dem spektakulären Schi Cross, in und für Österreich begann sie, dieser Disziplin leistungsmäßig nachzugehen. Wie Markus Wittner (Olympia-15.) ist sie in der Alpenrepublik eine Läuferin der ersten Stunde.
Mit Spaß bei der Sache
Von den Anfängen bis zum Status der Olympia-Sportart hat sich während ihrer Laufbahn vieles verändert. "Wir waren früher einfach die wilden Hunde, waren Freerider und in Firmenteams so halbwegs organisiert. Es war eine tolle Zeit, wir waren eine Multikulti-Truppe, hatten jede Menge Spaß", erinnerte sich Huttary vor ein paar Monaten zurück. In den letzten Jahren sei alles viel professioneller und seriöser, aber auch der Termindruck größer geworden, sagte die Magistra, die in Innsbruck Medienpädagogik und Kommunikationskultur studiert hat.
Huttary ist in ihrer Karriere von Verletzungen nicht verschont worden, bei den Weltmeisterschaften 2007 in Madonna di Campiglio fehlte sie wegen einer im Jahr zuvor beim Training in den USA erlittenen Rückenverletzung. Im März 2009, kurz nach der Eroberung von WM-Silber in Inawashiro, riss sie sich ebenfalls im Training in La Plagne das Kreuzband im rechten Knie.
Weniger als ein Jahr vor dem Olympia-Debüt und dem sportlichen Highlight ihrer Karriere war dies ein Rückschlag, doch Huttary kämpfte sich durch die schwierige Zeit und zur Teilnahme an den Winterspielen. "Ich kann auf eine Menge großartiger Erfolge zurückblicken, in einer Sportart, die durch eine Idee von verrückten und Schi liebenden Menschen entstanden ist. Auf Siege bei den X-Games und Medaillen bei Weltmeisterschaften werde ich für den Rest meines Lebens stolz sein. Als Schi Cross olympisch wurde, ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen."
Das Ziel, mit einer Medaille aus Kanada zurückzukehren, hat sie allerdings nicht erreicht. "Ich gab mein Bestes und wurde Vierte. Im ersten Moment fühlte es sich hart an, mit gewisser Distanz werde ich aber in ein paar Jahren auf einzigartige Erinnerungen zurückblicken", ist sich Huttary sicher. Die berufliche Zukunft liegt bei der schwedischen Firma POC (Schihelme, Protektoren), mit der schon seit Jahren eine Kooperation besteht. Weiterhin will sie als Athleten-Repräsentantin der FIS (Freestyle) tätig sein.
Noch in Kanada war die dreifache Mutter Katharina Gutensohn vom aktiven Sport zurückgetreten. Der ÖSV verfügt mit Katrin Ofner, Andrea Limbacher sowie Clara Marsan damit aktuell nur noch über drei Läuferinnen im Spitzenbereich.
Features
Karin Huttary
- Geboren: 23. Mai 1977 in Innsbruck
- Wohnort: Innsbruck
- Größe/Gewicht: 1,64 m/62 kg
- Familienstand: ledig
- Verein: SC Patscherkofel
- Hobbys: Tennis, Beach-Volleyball, Mountainbike, Laufen, Wandern
Größte Erfolge
- Olympia: Platz 4 Vancouver/Cypress Mountain 2010
- WM: Gold 2005 Ruka, Silber 2009 Inawashiro
- Weltcup: Gesamtzweite 2005 und 2006; 4 Siege (2006 und 2003 Les Contamines, 2005 Naeba und Kreischberg)
- Universiade: Gold 2005 Innsbruck
- X-Games: Gold 2004 und 2006, Silber 2003 und 2005














