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Zuletzt aktualisiert: 26.02.2010 um 20:56 UhrKommentare

Ein Quartett mit nur einer Mission: Gold

Österreichs Slalom-Herren haben einen einzigen Auftrag: Endlich die erste Medaille zu holen - am besten in Gold. Warum sich trotzdem keiner als Retter der Nation sieht und jeder an zumindest eine Medaille für Österreich glaubt.

Foto © APA

Benni Raich nimmt es sportlich hin, dass er in Whistler nicht den gewohnten Erfolg hatte und in den bisherigen drei Einsätzen mit den Plätzen sechs (Super-Kombi, RTL) und 14 (Super-G) hinter den Erwartungen geblieben war. Längst hat der bald 32-Jährige (am Sonntag feiert er Geburtstag) den Fokus auf Chance Nummer vier gerichtet. Das Ziel bleibt unverändert und heißt Medaille. Die Ausgangsposition ändert sich für den Titelverteidiger von Turin nur insofern ein wenig, als er ausnahmsweise nicht zu den Top-Favoriten zählt. "Vielleicht liegt gerade darin ein Vorteil", sagt er. Auch wenn Österreich das stärkste Slalom-Team stelle, gebe es keine Edelmetall-Garantie: "Man hat ja gesehen, wie knapp alles beisammen liegt. Ein Fehler genügt, und man ist aus dem Rennen." Druck? "Den einzigen Druck, den ich verspüre, mache ich mir selbst."

500 Kilometer fuhr Reinfried Herbst zur Vorbereitung auf Olympia. Allerdings nicht auf Schnee, sondern bei 30 Grad im Schatten und auf einer Harley-Davidson durch Kalifornien. Dazwischen besuchte er mit Ex-Rennläufer Klaus Heidegger ein Spiel der L. A. Lakers und trainierte im Fitness-Center der Stars. "Die ideale Vorbereitung", schwärmte er bei seiner Ankunft in Whistler. Nicht zuletzt, weil er im Vorjahr bei der WM eine Woche lang in Val d'Isere war - und nach vier Toren als großer Favorit scheiterte. Das ist er auch diesmal. "Aber", sagt er, "das zählt am Start nicht mehr. Auch wenn ich weiß: Die nächsten zwei Rennen sind für mich die zwei Rennen meines Lebens. Weil es um große Ziele geht: Olympia-Gold und Slalom-Weltcup." Deshalb sieht er sich nicht als einziger Favorit: "Weil der Untergrund so weich ist, gibt es statt sieben, acht Fahrern, die gewinnen können plötzlich 14, 15."

Der zweite Vorteil der US-Reise: Zwar hat Herbst mitbekommen, "dass in den USA jetzt jeder Lindsey Vonn kennt, was gut für den Sport ist", aber weniger die Misere des Herren-Teams. Deshalb ist der 31-Jährige entspannt: "Ich bin nicht der Retter der Nation, ich fahre ja auch für mich, wenn ich am Start stehe. Aber ich bin sicher, dass wir eine Medaille machen. Einer von uns kommt durch!" Nach dem Slalom wartet auf Herbst noch ein Rennen: Jenes zurück in die Heimat. Der 1. März ist der errechnte Geburtstermin seines zweiten Kindes.

Ein wenig Kreuzweh hat er nach dem langen Flug, trotzdem erreichte er Whistler topfit, wie er meinte. Und ist dementsprechend hoffnungsfroh für den Slalom, auch wenn ihm Olympia bislang nur Enttäuschungen bescherte. Salt Lake City 2002: Aus im ersten Lauf. Turin 2006: Nachdem er in der internen Qualifikation gegen Mario Matt das Nachsehen hatte, reiste er mit bitteren Tränen unverrichteter Dinge ab. Dass Manfred Pranger grundsätzlich mit Großereignissen nicht auf Kriegsfuß steht, unterstrich der 32-Jährige mit WM-Gold in Val d'Isere nachdrücklich: "Ich weiß, dass ich vorne mitmischen kann."

Riesentorlauf, Whistler, Rang vier für Marcel Hirscher. "Ich möchte nicht sagen, dass es mir derzeit egal ist, aber so richtig ärgern wird es mich vermutlich erst im Frühjahr." Doch der Riesentorlauf ist abgehakt, jetzt geht es um den Slalom - und das ist der Bewerb, der Hirschers Fantasie so richtig beflügelt. "Weil es derzeit der beste Bewerb ist, mit mindestens 15 bis 20 oder gar 25 Fahrern, die gewinnen können", sagt er. Ob er sich da auch dazuzählt? "Favoriten sind andere", sagt er schmunzelnd, und fügt an, dass ihm diese Rolle besonders gut liegt: "Bei Olympia gewinnen ja nicht immer die Favoriten."


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