"Brennen für Rennen"
Nach den Spielen in Vancouver beginnt für die Alpinen eine harte Zeit. Geld von den Schi-Firmen gibt es nur für die Superstars, der Rest muss fürs Material zahlen.

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Die Zeiten für die Schi-Erzeuger dieser Welt werden immer härter, die Absatzzahlen gehen zurück, selbst in den Schi-Nationen greifen immer mehr Menschen zum Leih-Schi. Was in den vergangenen Jahren hingegen immer in die Höhe gegangen ist, waren die Gagen für die alpinen Rennläufer bei Damen und Herren. Damit ist nach den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver Schluss.
Das erklärten zumindest die Rennchefs von Atomic, Rudi Huber, und Head, Rainer Salzgeber, sowie der Österreich-Boss von Völkl, Hans Doblhammer. Alle Drei sind sich einig: "Bei den Verträgen wird es ein nach oben nicht mehr geben. Im Gegenteil, in allen Kategorien kann es Reduktionen geben. Selbst die Superstars sind vor Einschnitten nicht gefeit." Wie weit es sich die Erzeuger leisten können, einem Bode Miller, Michael Walchhofer oder Manfred Pranger weniger zu zahlen, bleibt dahin gestellt. Nur eines steht für das Trio außer Streit: "Jeder von uns und auch den anderen Firmen braucht einen Super-Star als Aushängeschild und Testimonial. Er oder Sie erhalten auch in Zukunft ein Fixum, Prämien und Material."
Materialverträge
Wer solch einen Kontrakt in Händen halten wird, kann sich glücklich schätzen, muss aber in seiner Statistik Weltcup-Siege und Stockerlplätze zu Buche stehen haben. "Den größten Einschnitt erwartet bei uns den Mittelbau. Damit meine ich jene Leute, die über Jahre die Plätze sieben bis zehn belegten", erklärte Huber, "bestenfalls gibt es für diese Damen und Herren noch einen Materialvertrag. Von Bonuszahlungen reden wir nicht mehr."
Der Salzburger hat aber auch ein Horroszenario parat, das alle anderen trifft: "Nicht wenige Läufer und Läuferinnen werden selbst für das Material bezahlen müssen. Das passierte auch in die diesem Winter schon." In das selbe Horn stößt Doblhammer: "Die Verträge werden nach unten revidiert, es geht nicht anders. Wir wollen einen kleinen, feinen Rennstall behalten. Auch bei uns ist von einem sehr kleinen Fixum über Prämien bis zum selbst zu kaufenden Material alles drin." Dem konnte auch Salzgeber vorbehaltlos zustimmen: "Nur Topstars erhalten ein Fixum und Prämien. Am schlimmsten wird es auch bei uns die Mittelschicht treffen. Da ist alls möglich, auch wenn wir beim Herrenteam noch etwas Breit nötig hätten. Der eine oder andere wird keinen Vertrag mehr erhalten."
Investitionen
In einem Punkt sind sich die Drei allerdings völlig einig: "Beim Nachwuchs werden wir sicher nicht sparen." Für Ex-Rennläufer Salzgeber "ist die Jugend die Zukunft des Schisports". Doblhammer sieht das Engagement bei den Mädchen und Burschen "als Investition in zukünftige Stars bei Völkl". Huber setzt weiter auf den Nachwuchs, "weil sonst viele Eltern sagen müssten, wir können uns die Ausgaben nicht mehr leisten. Damit würde der Schisport sterben".
Features
Fakten
Atomic: Axel-Lund Svindal, Michael Walchhofer, Benni Raich, Max Franz, Marcel Hirscher, Mario Scheiber, Daniel Albrecht, John Kucera, Felix Neureuther, Marlies Schild, Kathrin Zettel, Eva-Maria Brem, Andrea Fischbacher, Michaela Kirchgasser.
Head: Bode Miller, Didier Cuche, Christoph Gruber, Hans Grugger, Rainer Schönfelder, Ambrosi Hoffmann, Lindsey Vonn, Maria Riesch, Anna Fenninger, Elisabeth Görgl, Anja Pärson, Sarka Zahrobska.
Fischer: Ivica Kostelic, Manfred Mölgg, Georg Streitberger, Stephan Görgl, Kurt Sulzenbacher, Sandrine Aubert, Nicole Gius, Kathrin Hölzl, Denise Karbon.
Völkl: Manfred Prager, Maria Holaus, Nicole Hosp, Regina Mader, Britt Janyk, Tanja Poutiainen, Nadia Styger.














