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Zuletzt aktualisiert: 23.01.2010 um 18:18 UhrKommentare

Cuche übermannten im Ziel die Gefühle

Nach viertem Sieg in Kitzbühel kamen dem Schweizer die Tränen: "Der Druck war enorm."

Bei Didier Cuche lief der Schmäh - kein Wunder

Foto © APABei Didier Cuche lief der Schmäh - kein Wunder

Zweiter Sieg in Kitzbühel innerhalb von 24 Stunden, sein vierter Sieg in der Gamsstadt, bei seinem dritten Abfahrtssieg wurde erstmals von ganz oben gefahren und vor dem Schweizer haben nur drei Leute das Kunststück zu Wege gebracht, in einem Jahr in Kitzbühel Super-G und Abfahrt zu gewinnen. "Da muss ich gestehen: Im Ziel haben mich diesmal die Emotionen übermannt, mir kamen die Tränen." Weil er sich in diesem Jahr vielleicht so viel Druck gemacht hatte wie noch nie. Weil die Last, die von ihm abfiel, riesig war: "Nirgends musst du dich so überwinden wie hier, nirgends musst du so über deine eigenen Grenzen gehen."

Grenzen, die Cuche selbst immer wieder auslotet. So wie nach seinem Sturz in Val d'Isère im Dezember, als er mit einer gebrochenen Rippe fuhr und einer Gehirnerschütterung, wie lange verheimlicht wurde: "Ich hatte 20 Minuten ein Blackout, die Zeit fehlt mir. Da war's finster - sehr, sehr finster", erklärt er und lacht. In Kitzbühel war es diesmal ganz hell, wie 2004, als Stephan Eberharter das letzte Mal gewann - mit einer ganz eigenen Linie über den Hausberg. "Diese Fahrt hab' ich mir im Sommer sicher 20 Mal im Internet angeschaut - und sie hat mich inspiriert. Auch wenn man heute nicht mehr so fahren kann", sagte Cuche, der mit der Gondel von Hermann Maier zum Start gefahren war: "Aber da fehlen ein paar Siege auf der Ehrentafel", stellte er fest - und grinste schelmisch.

Gute Reputation

Genauso, wie er auf die Frage grinste, ob er - wie üblich - den Sieg länger zu feiern gedenkt, obwohl er auch im Slalom am Start sein wird, um ein paar Kombinationspunkte zu sammeln: "Ich habe mir hier ja schon eine gute Reputation erarbeitet, wenn es ums Feiern geht. Und: Nachdem ich mit Sicherheit nicht um den dritten Sieg fahre, werde ich feiern. . ." Nur eines überraschte nicht nur Cuche: Den Slowenen Andrej Sporn auf Platz zwei hatten die wenigsten erwartet.

MICHAEL SCHUEN

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