Österreichs Abfahrer ohne Sieg zu Olympia
Knapp vorbei ist leider auch daneben: In Kitzbühel gab es abermals keinen Sieg für unsere Abfahrer, auch das Podest blieb diesmal verwehrt.

Foto © Montage KLZ DIGITAL: ReutersCuche und Walchhofer
Diesmal kam Hans Pum das Lächeln nicht so leicht über die Lippen wie am Tag zuvor. Kein Wunder, denn Österreichs Abfahrer müssen nun definitiv ohne einen einzigen Saisonsieg zu den Olympischen Spielen nach Vancouver reisen. Und noch dazu ohne Podestplatz beim heimlichen Höhepunkt, der Abfahrt von Kitzbühel. Das bekannte "mannschaftlich waren wir stark" mag zwar diesmal mit Platz vier für Mario Scheiber, Platz sechs für Hans Grugger und Platz zwölf für Romed Baumann stimmen - so richtig durchatmen konnte Pum aber nur, weil Michael Walchhofer nach einem Sturz auf der Hausbergkante praktisch unverletzt aus den Netzen kletterte. Denn Stürze an dieser Stelle bei 120 km/h sind auch schon weit schlimmer ausgegangen. "Ich denke halt oft genug an meinen Schutzengel, deshalb ist er bei Stürzen immer für mich da", meinte Walchhofer, der nur über Schmerzen im rechten Knie klagte ("Aber ich weiß nicht einmal, ob ich wissen will, was es genau ist, deshalb überlege ich, es gar nicht untersuchen zu lassen").
Erfreulicher Trend
Dass Michael Walchhofer selbst auf einem Schi ins Ziel fahren konnte, war der eine positive Gesichtspunkt. Und obwohl auch Hans Pum eingestand, "dass wir bei einem Rennen wie diesem einen am Podium haben müssen", gab es auch noch andere positive Aspekte. Etwa Mario Scheiber, der - den zweiten Platz von Bormio, den er durch Disqualifikation verlor, eingerechnet - in allen Abfahrten in Europa bester Österreicher war; wie auch diesmal als undankbarer Vierter - auf Sieger Didier Cuche fehlten 0,51 Sekunden, auf das Podest 12/100. "Für mein Comebackjahr ist das großartig. Das einzige Problem ist vielleicht, dass ich bei schlechter Sicht noch zurückziehe und ein wenig zu passiv bin. Da verliert man gleich viel Zeit."
Erfreuliche Nachricht Nummer zwei: Hans Grugger kommt immer besser in Schuss, löste mit Platz sechs sein Olympia-Ticket und jubelte: "Ich bekomme von Fahrt zu Fahrt ein besseres Gefühl." Und dann fügte er hinzu: "Ich hatte lang Probleme, voll zu attackieren. Aber vor dieser Kulisse hat man gar keine andere Wahl." Erfreuliche Nachricht Nummer drei: Die Schi-Nation Österreich hat jetzt fünf Fahrer, die die geforderte Norm für Olympia erfüllt haben. Wenigstens insofern braucht die Schi-Nation keine Sorge mehr haben, dass gar nur drei Abfahrer in Vancouver startberechtigt wären.
MICHAEL SCHUEN
Features
Massenandrang
44.000 Zuschauer sind beim 70. Hahnenkamm-Wochenende in Kitzbühel zur Abfahrt am Samstag gekommen. Das gab der Skiclub KSC bekannt.
Am Freitag hatten 19.000 den Super-G live am Hahnenkamm mitverfolgt. Für den Slalom am Sonntag werden wie in den vergangenen Jahren an die 20.000 Fans erwartet.
Fotoserie
Endstand
1. Didier Cuche SUI 1:53,74 Min.
2. Andrej Sporn SLO +0,28
3. Werner Heel ITA +0,39
4. Mario Scheiber AUT +0,51
5. Aksel Lund Svindal NOR +0,68
6. Hans Grugger AUT +0,85
7. Ivica Kostelic CRO +0,97
8. Didier Defago SUI +1,08
9. Bode Miller USA +1,16
10. Natko Zrncic-Dim CRO +1,23















