Albrecht: "Ich werd' der Piste zeigen, wer Chef ist"
Ein Jahr nach seinem schweren Sturz kehrte Daniel Albrecht nach Kitz zurück. Der Schweizer über seinen Zustand, sein verschobenes Comeback und den Stolz, viel erreicht zu haben.

Foto © ReutersDaniel Albrecht
Dani Albrecht knetete beharrlich seine Unterlippe. das war aber auch die einzige Gefühlsregung, die an ihm zu merken war, als er der Dokumentation über seinen bisherigen Weg zurück in den Weltcup folgte. Auch seinen schrecklichen Sturz nur wenige Meter entfernt vor einem Jahr verfolgte er fast emotionslos. Ein Jahr später kehrte der Schweizer zurück nach Kitzbühel. Auf eigenen Wunsch. "Weil ich wissen wollte, wie ich das alles verkrafte. Und die gute Nachricht: Es geht mir gut, ich fühle mich wohl. Ich bin nur überrascht, dass so viele hier bei einer Pressekonferenz sind, in der es um mich geht."
Gewissheit zurückzukehren
Ein Jahr nach dem schweren Sturz und drei Wochen Koma sieht Daniel Albrecht schon wieder gut aus. "Ich hab' mein altes Gewicht wieder: 89 Kilogramm - und nur Muskeln", sagt er mit breitem Grinsen. Auch das ausdauernde Klicken der Kameras zu Beginn hat er mit einem Lächeln über sich ergehen lassen. Albrecht ist es gewöhnt, im Fokus zu stehen; auch nach seinem Unfall. Und er bestätigt, "dass ich in diesem Jahr kein Rennen mehr fahren werde." Und ergänzt: "Dass ich hier bin, macht mich stolz. Weil ich schon viel erreicht habe. Und weil ich die Gewissheit habe, dass ich zurückkehren werde. Die Frage, wann das sein wird, stellt sich nicht."
Viel Arbeit liege noch vor ihm. Schon ein Mal als Junger Weltspitze zu werden, Rennen zu gewinnen, Weltemister zu werden sei mit viel Glück verbunden gewesen. "Dieses Glück", sagt der 26-Jährige, "würde ich jetzt noch einmal brauchen. Aber das Ziel ist nicht, noch einmal dorthin zu kommen, das zu werden, was ich war. Ich habe ein völlig neues Ziel. Das zu erreichen ist schwieriger als das erste Mal in den Weltcup zu kommen. Meine Devise: Mach' es nicht zu früh - aber mach es!"
Auch wenn er in Kitzbühel ist, einen Weg erspart sich Albrecht: Den zum Zielsprung der Streif, der heuer entschärft wurde - die Läufer heben kaum ab. "So optimal dürfte er im Vorjahr ja nicht gewesen sein", sagt er ohne sarkastischen Unterton in der Stimme, "aber das Problem ist ja ganz klar: Wenn du mit 140 km/h abhebst und nur einen kleinen Fehler machst, dann ist es vorbei. . ."
Er, sagt er, wird wieder auf die Streif zurückkehren. Als Rennfahrer. Sonst nicht: "Ich will erst wieder hier sein, wenn ich dem Berg und der Piste zeigen kann, wer der Chef ist - und nicht sie mir."














