ÖSV-Abfahrer unter Druck - Hoffen auf Umschwung
Vor einem Jahr hatten Österreichs Abfahrer mit einer deftigen Schlappe die Reise von Wengen nach Kitzbühel angetreten (beste Platzierung Rang 18), die Umstände heuer sind unwesentlich besser.

Foto © APAKlaus Kröll
Die Ränge neun durch Klaus Kröll und zehn durch Georg Streitberger am Samstag heben nicht gerade die Euphorie unter den Speed-Piloten. Bei den 70. Hahnenkammrennen bietet sich die letzte Chance, vor den Olympischen Spielen doch noch einen Erfolg in der Abfahrt einzufahren und den Umschwung einzuleiten.
Als Kröll am Samstag im Ziel des Lauberhorns abgeschwungen und auf die Anzeigentafel geblickt hatte, hoffte er, dass seine nachfolgenden Kollegen es besser machen würden. Der Wunsch wurde nicht erfüllt. Angesprochen auf den Druck, der auf ihn, Michael Walchhofer und Co. ob des noch ausstehenden Sieges nach nun fünf Abfahrten und nur zwei Podestplätzen lastet, sagte der Steirer: "Viel größer als im Vorjahr kann der Druck auch nicht werden. Vielleicht ist die Motivation jetzt umso größer - auch mit dem heimischen Publikum im Rücken."
"Gutes Gefühl für Kitz"
2009 ließ sich Kröll von seinem Wengen-Auftritt nicht verunsichern, trotz Handwurzelknochenbruchs gewann er in Kitzbühel den Super-G und landete in der Abfahrt auf dem dritten Rang. "Ich fahre mit einem guten Gefühl nach Kitzbühel, mit einem viel besseren als im vergangenen Jahr, die Leistung von Wengen ist ausbaufähig", ist er überzeugt. Für Walchhofer (16.) stand vorerst im Vordergrund, den Magendarm-Infekt auszukurieren und für das Mega-Heim-Event wieder fit zu sein. Platz zwei auf der Streif hinter dem Schweizer Didier Defago war es im vergangenen Jahr geworden, seine bisher letzte Abfahrt hat der Salzburger am 20. Dezember 2008 in Gröden gewonnen.
Österreich wartet seit 7. März 2009 und dem Erfolg von Klaus Kröll in Kvitfjell auf einen Sieg in der Königsdisziplin. "Übers Jahr gesehen sind wir nicht mehr die Top-Nation in der Abfahrt", gestand Kröll ein, der sich vergangene Saison im Rennen um die kleine Kristallkugel als Zweiter um 46 Punkte seinem Landsmann Walchhofer geschlagen geben musste. In der aktuellen Wertung ist Walchhofer als Vierter bester Österreicher (215 Punkte), in Führung liegen die Schweizer Didier Cuche (296), Carlo Janka (284) und der Kanadier Manuel Osborne-Paradis (224). Mario Scheiber als 9. (107) und Kröll als 13. (100) sind die einzigen weiteren ÖSV-Läufer in den Top-25.
Der 23-jährige Janka sorgte mit seinem vierten Saisonsieg nicht nur dafür, dass nach Defago wieder ein Schweizer den Klassiker in Wengen gewann, der Bündner ist auch der jüngste Abfahrtssieger am Lauberhorn seit 30 Jahren (Peter Müller, 22). Dessen Landsmann Cuche verteidigte als Fünfter die Führung in der Disziplinwertung und zollte dem jüngeren Kollegen Respekt. "Carlo ist im Moment überlegen. Die Lockerheit, die er an den Tag legt, wünscht sich wohl jeder Fahrer. Ihm gelingt fast alles, ohne dass er viel überlegen muss. Es ist gut, einen wie ihn in der Mannschaft zu haben."
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Gruber träumt von Kitz
Einen Tag nach seinem schweren Sturz ("Ich bin gegen eine Holzpfosten geknallt") ging es Christoph Gruber am Sonntag schon wieder so gut, dass er trotz Gehirnerschütterung und Hämatom im Unterschenkel davon träumte, in Kitzbühel wieder dabei zu sein.














