Verletzt, nervös und doch voran
Sieben Podestplätze hatte sie schon, in Marburg gelang Kathrin Zettel der erste Sieg.

Foto © APKathrin Zettel
"Es geht mir gut", sagte Kathrin Zettel schon in der Früh, angesprochen auf ihren Gesundheitszustand. "Genial, super, ein Traum", sagte sie ein paar Stunden später. Diesmal ging es um ihren Gemütszustand. Und der war so gut, weil sie im Riesenslalom in Marburg - endlich - ihren ersten Saisonsieg feiern durfte. Zuvor hatte sie in diesem Weltcup-Winter bereits sieben Podestplätze eingefahren.
"Das hat sie sich verdient. Und dann schafft sie es auf einem Hang, von dem sie gedacht hat, dass er ihr gar nicht so liegt", analysierte ÖSV-Alpindirektor Hans Pum. Zettel hatte im Vorfeld erklärt, dass ihr die Strecke am Bachern nicht liegt, obwohl sie auf diesem Berg auch schon Junioren-Weltmeisterin geworden war. "Ich muss zugeben, ich war schon nervös", sagte Zettel. Den Triumph genoss sie sehr, die rund 5000 Zuschauern machten trotz der mäßigen Leistung von Slowenien Aushängeschild Tina Maze (13.) hervorragende Stimmung.
23 Hundertstel gerettet
Den Grundstein zum Sieg legte die 23-Jährige schon im ersten Durchgang, wo sie die Konkurrenz um 54 Hundertstel distanzierte. In der Entscheidung konnte sie im immer diffuser werdenden Licht 23 Hundertstel auf Maria Riesch ins Ziel retten. Mit dem ersten Riesenslalom-Podestplatz ihrer Karriere holte die Deutsche wertvolle Punkte auf ihre Weltcup-Kontrahentin Lindsey Vonn auf. Aber nur deshalb weil die Amerikanerin nach tollem zweiten Platz zur Halbzeit in der Entscheidung stürzte.
Im ÖSV gab es an diesem Nachmittag aber nicht nur eine Siegerin, denn vier Österreicherinnen landeten unter den Top sieben, sechs machten Punkte. Eine grandiose Vorstellung lieferte die Jüngste im ÖSV-Team ab: Die 18-jährige Ramona Siebenhofer schaffte in ihrem erst zweiten Weltcuprennen nach Lienz den sechsten Platz. Mit überlegener Laufbestzeit im zweiten Durchgang (0,56 vor Andrea Fischbacher) katapultierte sich die Obersteirerin vom 23. Rang noch nach vorne. "Wahnsinn. Ein Traum, ich hoffe, ich wache nicht auf. Gerade habe ich noch vor dem Fernseher mitgefiebert und jetzt stehe ich selber als Führenden im Ziel", sagte Siebenhofer, die sich jetzt wieder auf die Speed-Rennen im Europacup konzentrieren wird.
"Endlich ist das gesamte Team aggressiv gefahren. Wir wissen ja, dass sie es können. Jetzt ist es aufgegangen", sagte Pum.
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Fotoserie
Endergebnis
1. Kathrin Zettel (AUT)
2. Maria Riesch (GER)
3. Anja Pärson (SWE)
4. Kathrin Hölzl (GER)
5. Andrea Fischbacher (AUT)
6. Ramona Siebenhofer (AUT)
7. Michaela Kirchgasser (AUT)
8. Viktoria Rebensburg (GER)
9. Lena Dürr (GER)
10. Manuela Mölgg (ITA)
Weiter:
14. Karin Hackl (AUT)
21. Eva-Maria Brem (AUT)
27. Elisabeth Görgl (AUT)















