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Zuletzt aktualisiert: 13.01.2010 um 16:40 UhrKommentare

Marlies muss pausieren

Nach dem Triumph beim Nachtslalom in Flachau stellt Schild die Schi zwei Tage ins Eck. Sie glaubt, die Jungen trauen sich zu wenig.

Marlies Schild

Foto © APAMarlies Schild

Mit einem genialen zweiten Lauf krönte sich Marlies Schild beim Nachtslalom in Flachau zur "snow space princess". Danach gönnte sich die 28-Jährige noch einen Ausflug in das Nachtleben: "Heute darf ich das, da ich morgen nicht auf den Schiern stehen werde." Der Grund für die Pause ist der zertrümmerte linke Unterschenkel, den eine 20 Zentimeter lange Platte zusammenhält. "Nach drei Tagen Schifahren braucht das Bein einfach Ruhe, daher stehen die Latten am Mittwoch und Donnerstag im Eck", verriet die Salzburgerin, "erst Freitag und Samstag wird trainiert, am Sonntag der Slalom in Marburg bestritten."

"Gas geben" und "Mut beweisen"

Da wird ÖSV-Damenchef Herbert Mandl auch wieder eine ganze Reihe junger Damen ins Rennen schicken. "Hoffentlich sind in Slowenien endlich wieder einmal mehr als zwei im Finale", seufzte Marlies, die mit den Jungen nicht so hart umspringen will wie Kathrin Zettel - "ihnen gehört in den Hintern getreten" - sondern einfühlsam erklärte: "Sie sollten versuchen Gas zu geben. Sie können mehr als sie bisher zeigten, aber scheinbar fehlt ihnen der Mut."

Da auch ihre Schwester Bernadette zu den angesprochenen gehört, will Schild "sie nicht verurteilen oder über sie schimpfen. Eines muss ich aber sagen, zumindest was meine Schwester betrifft. Es darf nicht sein, dass sie immer so um Platz 30 oder darüber herumkrebst, sie müsste sich ganz klar für den zweiten Lauf qualifizieren." Um ja nicht zu viel zu kritisieren, meinte sie: "Ich habe den Eindruck, einige sind ganz gut. Ich fuhr einen Europacup-Slalom, hab' nur mit zwei Sekunden Vorsprung gewonnen."

Einen Vorsprung hat die Herzdame von Benni Raich auch auf die Slalom-Weltklasse. "In der Vorbereitung schaute ich einigen Herren genau auf die Beine. Dabei sah ich, die fahren ein extrem kurzen, schnellen Schwung. Um das auch tun zu können, verwende ich die mit 1,55 m kürzesten Slalom-Schier."

JOSCHI KOPP


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