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Zuletzt aktualisiert: 11.12.2009 um 13:49 UhrKommentare

Ein Super-G nach dem Geschmack der Riesentorläufer

Dass ein österreichischer Speedspezialist am Samstag den Super-G von Val d'Isere (10.30 Uhr/live ORF1) gewinnen wird, ist äußerst unwahrscheinlich.

Walchhofer in Aktion - Speedspezialisten ohne Chance

Foto © GEPAWalchhofer in Aktion - Speedspezialisten ohne Chance

Denn wie sich bereits im schnellen Teilbewerb der Super-Kombination am Freitag abzeichnete, erwartet die Weltcup-Piloten auf der WM-Piste von 2009 wieder ein dem Riesentorlauf ähnliches Rennen. Die besten Chancen aus rot-weiß-roter Sicht hat deshalb Benjamin Raich und nicht etwa Michael Walchhofer oder Klaus Kröll. Aus der Vergangenheit ist bekannt, dass die Steilheit des Geländes auf dem Berg Bellevarde die Kurssetzer vor eine große Herausforderung stellt. Laut neuem Weltcup-Reglement müssen im Vergleich zum WM-Super-G im Februar nochmals vier Tore mehr gesteckt werden. "Die Torabstände sind 40 bis 43 Meter, sonst im Super-G sind sie über 50 Meter. Weil es so steil ist, sind die Torabstände fast wie im Riesentorlauf. Es ist hier irrsinnig schwierig für Speedfahrer", sagte Walchhofer, der deshalb auf der "Face" auch Läufer wie etwa Raich und Romed Baumann sehr stark einschätzt.

"Richtig aktiv runterfahren"

Der Zauchenseer selbst, der im Kombi-Super-G 1,79 Sekunden Rückstand auf den Schnellsten, Sandra Viletta aus der Schweiz, hatte, war mit seiner Fahrt nicht unzufrieden. "Bis 40 Sekunden hatte ich ein ganz gutes Gefühl gehabt, unten habe ich es treiben lassen, aber du musst richtig aktiv runterfahren. Das ist für morgen eine Aufforderung, dass ich im unteren Teil noch einmal Gas gebe." Von einem Sieg sieht sich Walchhofer aber weit entfernt: "Ich brauche nicht spekulieren, hier um einen Sieg mitzufahren. Das ist ein Super-G, in dem du mit meiner Statur, meiner Veranlagung keine Chance hast." Er wolle aber trotzdem versuchen, auf der "Face Bellevarde" eine "gute Figur" zu machen. "Top-Ten wäre super und auch möglich. Das ist realistisch, es ist aber sicher schwierig, denn das ist ungefähr so, wie wenn ich in einem Riesenslalom sage, ich will Top-Ten fahren." Zudem habe die Piste auch etwas nachgelassen, und bei einer Startnummer rund um zwanzig seien die Querschläge schon deutlich spürbar gewesen.

Der Kanadier Manuel Osborne-Paradis hat den bisher einzigen Super-G des Olympia-Winters in Lake Louise vor Raich und Walchhofer gewonnen. Nach Platz vier im Super-G der Super-Kombi hinter Viletta, dessen Landsmann Carlo Janka und Marcel Hirscher sieht Allrounder Raich noch Verbesserungspotenzial. "Ich habe teilweise zu viel die Geschwindigkeit kontrolliert, oft vor den Toren zu viel angestellt, aber das machen da herunter alle", erklärte der Pitztaler, der bei der WM als Fünfter bester Österreicher in dieser Disziplin geworden war. Gold war an den Schweizer Didier Cuche, einem ebenfalls hervorragenden Riesentorläufer, vor Peter Fill (ITA) und Aksel Lund Svindal (NOR) gegangen. Keinen Startplatz bei den Welttitelkämpfen im Super-G hatte Hirscher, der sich mit der drittbesten Zeit am Freitag aber ins ÖSV-Aufgebot für Samstag katapultierte. "Geniale Piste, super, perfekt! Es hat voll Spaß gemacht", schwärmte der junge Salzburger nach dem ersten Kombi-Teilbewerb. "Ich habe mich nie am Limit gefühlt, ich glaube, das war auch gut so, dass ich nicht zu viel riskiert habe. Du brauchst die richtige Mischung aus Nicht-Sinnlos-Riskieren und Doch-Gehen-Lassen."

Er habe sehr großen Respekt gehabt, sich aber an das Vorjahr und den "besten Skitag" erinnert. "Ich wusste, dass es nicht so schlimm werden kann!" Am 12. Dezember 2008 belegte Hirscher in Val d'Isere in der Weltcup-Super-Kombi hinter Sieger Raich und dem Franzosen Jean-Baptiste Grange den dritten Rang. Baumann (Freitag mit der sechstbesten Super-G-Zeit) weiß, dass er Samstag ebenfalls noch zulegen kann. "Ich habe voll riskiert, oben ist es aufgegangen, im unteren Teil bin ich von der Linie her einfach zu gerade gewesen."

BIRGIT EGARTER/APA

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