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Zuletzt aktualisiert: 23.11.2009 um 09:48 UhrKommentare

Olympia schickte einen Wetter-Gruß

In Sun Peaks, wo sich Österreichs Schi-Asse dieser Tage auf die anstehenden Nordamerika-Weltcuprennen vorbereiten, ging am Sonntag gar nichts.

Foto © APA

Grüße vom kanadischen Olympia-Wetter: Das Tief, das derzeit im kanadischen Westen den Olympia-Schauplatz Whistler Mountain im Schnee versinken lässt, hat auch landeinwärts in den Rocky Mountains "Störungen" verursacht.

Während die ÖSV-Läufer angesichts des Sonntagfahrverbots im Delta Hotel blieben, gruben die ÖSV-Trainer die in tagelanger Arbeit erstellte Trainingspiste unter mindestens 35 Zentimeter Neuschnee wieder aus. "Kaum dass wir mit der Abfahrt fertig waren, hat es zu schneien begonnen. Jetzt schaufeln wir so lange weiter, bis der Schneefall wieder aufhört", kämpfte Herrenchef Toni Giger bis zuletzt Schulter an Schulter mit den Coaches um die letzte Chance, vor dem Speed-Auftakt in Lake Louise doch noch ein ÖSV-Abfahrtstraining in die Beine zu bekommen.

Verschiebungen

Es war ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Sportler und Fans im kommenden Februar erwartet. Obwohl es die wetterstabilste Winter-Jahreszeit im kanadischen Westen sein soll, rechnet sogar FIS-Präsident Gian Franco Kasper bei den Vancouver-Spielen mit "Nagano-Wetter", das bei Olympia 1998 zu zahlreichen Verschiebungen geführt hatte.

In Sun Peaks werden Michael Walchofer und Co. auch in nicht einmal drei Monaten am letzten Feinschliff für die Abfahrt arbeiten, die als erster Olympia-Bewerb am 13. Februar 2010 auf dem Programm steht. Diese relativ neue Schistation, deren Aushängeschild Olympiasiegerin und Senatorin Nancy Greene ist, hat sich der ÖSV dank der guten Beziehungen ihres mit Kanada eng verbundenen Präsidenten Peter Schröcksnadel schon vor Jahren mit Blickrichtung Olympia als exklusives Trainingszentrum gesichert.

Mehr als der Umgang mit dem Schlechtwetter ging sich als frühzeitige Olympia-Simulation aber zumindest am Sonntag nicht aus. "Wir sind hier, um uns an die Zeitumstellung zu gewöhnen und uns für Lake Louise einzufahren", betonte Giger.

Kampf

Während die Speed-Herren in Sun Peaks um das Abfahrtstraining bangten, packte Benjamin Raich noch weiter östlich in Lake Louise schon seine Koffer im altehrwürdigen Hotelkasten Fairmont Chateau Lake Louise aus. Österreichs Speerspitze im Kampf um den Gesamtweltcup hatte nach der EM in Frankreich auch die Schi-Show in Moskau "gespritzt" und sich stattdessen in Jerzens auf die Nordamerika-Abenteuer vorbereitet. Ein Super-G-Tag inklusive.

Das muss Raich genügen, um am Mittwoch in Lake Louise als einer von 13 ÖSV-Herren auch das offizielle Training für die erste Saisonabfahrt (Samstag) in Angriff zu nehmen. Dabei wird auch Raichs Hauptrivale Aksel Lund Svindal in den Weltcup zurückkehren. Der Norweger hatte wegen seiner Beinverletzung wochenlang auf das Schifahren verzichtet und war stattdessen in Miami unter Palmen gelegen. Zuletzt hatte Svindal sogar beim Gewichtstraining im Fitnessstudio die harten Rennschischuhe an, um sein Bein an den Stress zu gewöhnen.

Während Allrounder Raich seinen Abfahrtsplatz in Lake Louise sicher hat, kämpfen Hans Grugger und Andreas Buder nach über zweijähriger Verletzungspause dort um ihre Comeback-Chance und einen Hoffnungsschimmer für Olympia. "Ihre Ziele sind aber bescheiden", dämpfte Giger die Erwartungen. "Buder war vor seiner Verletzung neben Walchhofer unser bester Abfahrer. Man darf nicht erwarten, dass die beiden gleich wieder dort anschließen, wo sie vor ihren Verletzungen waren", warnte der Herrenchef. "Wir rechnen aber schon mit einem Renneinsatz der beiden in Kanada."

Neben Raich sind auch andere ÖSVler nicht in Sun Peaks. Stefan Görgl und Hannes Reichelt üben in Nakiska und damit ebenfalls in Kanada. Die Technik-Ladies rund um Marlies Schild, Kathrin Zettel und Michaela Kirchgasser sind hingegen schon seit Tagen in den USA, um sich in Vail für Riesentorlauf und Slalom in Aspen einzufahren.

"Bei kaltem Wetter und perfekten Pisten", wie Damenchef Herbert Mandl schwärmte. Und während bei anderen Teams das Kunstschnee-Training in Colorado bereits neue Verletzungsopfer gefordert hat, war bei Mandls Damen vorerst nur einen Kurzausfall zu verzeichnen gewesen, weil Schild für eine Nacht an Übelkeit litt.

Weder das noch die um sich greifende Grippe, vor der sich Österreichs Schiasse mit Verzicht auf Händeschütteln sowie ausgiebig Desinfektionsmittel in den Hotels zu schützen versuchen, sind aber der Grund, warum die Salzburgerin zwei Wochen nach Platz sechs im Levi-Slalom beim zweiten Comeback-Schritt in Aspen nur den Slalom bestreiten wird. "An einen Start im Riesentorlauf ist definitiv nicht zu denken. Marlies muss ihrem Fuß Pausen gönnen", so Mandl.


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