Das große Fragezeichen heißt Miller
Am Sonntag startet die Slalom- Saison - mit einem Gejagten, vielen Jägern. Und dem ewig suchenden Bode Miller.

Foto © GEPABode Miller
Lange Zeit hielt er die (Schi-)Welt im Unklaren. Schließlich entschloss sich Bode Miller, doch noch zumindest ein Jahr anzuhängen im Weltcup. Ob Olympia sein Antrieb war, ließ er offen. Sogar, ob er überhaupt in Vancouver an den Start gehen würde.
Am Sonntag (10.00/13.00 Uhr, live ORF 1) steigt der US-Amerikaner, der in den Schoß des Teams zurückgekehrt ist und das "Bode Team USA" aufgelöst hat, wieder in den Weltcup ein, den er in der Vor-Saison nach der WM verlassen hat. Im Slalom von Levi, in dem er im Vorjahr alle überrascht hat, als er auf den zweiten Platz gefahren war. Damals rechneten schon viele mit einem Alleingang des 32-Jährigen an der Weltcup-Spitze. Doch Verletzungen (nach einem Sturz in Beaver Creek) und seine schon zur Konstanz gewordene Inkonstanz brachten den Exzentriker vom Weg ab.
"Ich bin bereit"
Miller selbst, der erst nach der Bekanntgabe seiner Rückkehr in den Weltcup zu trainieren begann, fühlt sich bereit: "Ich fahre in Levi, weil ich schnell genug bin. Und jeder denkt so." Mit ein Hauptgrund für seine Form, wie er erklärt: "Normalerweise muss ich um diese Jahreszeit Tonnen von Schi testen. Aber die neuen sind so gut, dass das nicht nötig ist", erklärt Miller, der aber doch noch selbst Aufholbedarf sieht: "Rein physisch fehlt mir noch ein wenig. Aber der Slalom in Levi ist ja kurz."
Man darf gespannt sein, ob Miller tatsächlich in den Kampf um den Sieg eingreifen kann. Laut Papierform gibt es einen anderen Favoriten: Jean-Baptiste Grange, der nicht nur Titelverteidiger im Slalom-Weltcup ist, sondern bei der EM in Amnéville schon seine Frühform bewies - und alleine deshalb gefährlich ist, weil er es entspannt angehen lässt: "Im Vorjahr wollte ich unbedingt die Slalom-Weltcupkugel. Und auch, wenn ich gegen eine zweit nichts einwenden würde: Heuer bin ich relaxed."
Die großen Jäger sind die Österreicher - an sich als Mannschaft das stärkste Slalom-Team der Welt. Bei den Zeitläufen zuletzt erwiesen sich Mario Matt, heuer zu seinem alten Ausrüster Salomon zurückgekehrt, und Benni Raich als besonders schnell. Der Pitztaler hat heuer besonderen Stellenwert auf das Slalom-Training gelegt: "Das habe ich im vergangenen Jahr vernachlässigt. Vielleicht habe ich deshalb das Gefühl ein wenig verloren." Nicht nur das - letztlich kostete ihn die für seine Verhältnisse schwache Ausbeute im Slalom den Gesamtweltcup. Raich: "Heuer bin ich sicher viel besser drauf." Beweisen will er das schon in Levi.














