"Brett´l-Steuer" bremst Talente
Die Eltern müssen für Schi fahrende Kinder immer mehr zahlen, Schi-Firma verlangt Benützungsgebühr für Schier. Dadurch gehen Talente verloren.

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Mindestens 1200 Euro pro Monat müssen Eltern für ein Mitglied des alpinen Jugend-Kaders, inklusive Schwerpunktschule, aufwenden. Fast 7000 pro Jahr kostet die Erzieher ein Aktiver im Schüler-Kader des Landesschiverbandes Kärnten. Dazu kommen noch 800 Euro Benützungsgebühr für Schier pro Saison, wenn das Mädchen oder der Bursche nicht unter den Top fünf in Österreich in seinem Jahrgang in zwei Disziplinen aufscheint. "Die Gebühr verlangt heuer nur Atomic, aber die anderen Ausstatter ziehen sicher nach", fürchtet LSVK-Alpinchef Robert Moser, "es müssen die Eltern schon gut verdienen, um ihrem Kind den Schisport zu ermöglichen. Der ist noch dazu ein Risikosport. Da gehört viel Mut dazu, das zu unterstützen." Daher ist verständlich, dass die Verantwortlichen Angst um die Zukunft haben. "Die Sorge ist berechtigt, dass uns Talente verloren gehen. Für die Eltern ist die Belastung - finanziell und seelisch - enorm", gibt LSVK-Präsident Willi Liberda zu.
Nachwuchskader
Derzeit rücken jährlich noch zehn Mädchen und Burschen in den Schüler-Kader nach. Die großen Belastungen für Väter und Mütter könnten den Strom aber bald zum Versiegen bringen. "Die geringere Breite ist eine echte Gefahr für uns", stellt Liberda klar. Kärntens Nachwuchs leidet unter noch einem Nachteil: Jenen des falschen Geburtsortes. Der spielt bei machen Entscheidungen über Aufnahme in ÖSV-Kader eine nicht unbedeutende Rolle. Ein Beispiel dafür ist Christian Walder (SC Fresach). Obwohl der 18-Jährige in drei Disziplinen den Europacup-Status aufweist, durfte er nicht in den Europacup-Kader aufrücken, muss im ÖSV-Nachwuchskader bleiben. Ein nicht so guter Tiroler wurde sehr wohl in den Europacup-Kader gehievt. Ein weiteres Manko für die Jugend ist die immer geringer werdende Anzahl von Serviceleuten. "Da alle sparen müssen, wird in Zukunft - bis hinein in den Europacup - ein Servicemann zehn Aktive betreuen müssen. Das heißt, er muss täglich bis zu 40 Paar Schi präparieren. Das kann nur auf Kosten der Qualität gehen", erklärte Moser.
Damit nicht alle jungen Aktiven die Hoffnung verlieren einst in die Fußstapfen von Hermann Maier, Fritz Strobl oder Renate Götschl treten zu können, verrät Moser ein kleines Geheimnis: "Seit langer langer Zeit war es nicht so leicht, zumindest im Slalom, Aufnahme im ÖSV-Kader zu finden, zu Einsätzen im Weltcup zu kommen. Weder bei den Damen noch bei den Herren ist die Dichte wirklich groß."














