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Zuletzt aktualisiert: 21.10.2009 um 10:06 UhrKommentare

Ende der vorigen Saison will Zettel nicht auf sich sitzen lassen

Nach dem bitteren Ende der erfolgreichsten Saison ihrer Karriere und einem zäh verlaufenen Sommer hat sich Kathrin Zettel für den alpinen Schi-Weltcupauftakt auf dem Gletscher hoch über Sölden fit gemeldet.

Kathrin Zettel

Foto © ReutersKathrin Zettel

Die 23-jährige Niederösterreicherin geht im Riesentorlauf als Vorjahressiegerin an den Start, die technischen Bewerbe und Kombinationen sind auch im Olympiawinter ihr Angriffsziel.

Mit der Kombi-Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften in Val d'Isere sowie vier Riesentorlauf-Erfolgen im Weltcup in der Tasche reiste Zettel im März zum Saisonfinale nach Aare. Dort ist dann "leider alles ein bisserl in die Hose" gegangen, erinnerte sich Zettel im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur nochmals. Sie verpasste die kleine Kristallkugel für den Disziplin-Weltcup um sieben Punkte, habe sich aber noch am selben Tag geschworen: "Das lasse ich nicht auf mir sitzen. Da habe ich Blut geleckt, dafür will ich Rache."

Rückschlag

Mit solchen Gedanken im Kopf begann Zettel das Aufbautraining für die Saison 2009/10, und alles verlief planmäßig - sogar mehr als das. "Ich habe super trainiert und war konditionell auf einem gewaltigen Stand, auf einem Stand wie nie zuvor." Im Juli kam aber der Rückschlag, eine Entzündung der Patellasehne im linken Knie machte Schneetraining bis Anfang September unmöglich. "Erst Mitte August konnte ich mit den Beinen wieder was machen, da habe ich angefangen, Muskelaufbau zu machen, zu belasten und zu steigern", erzählte sie.

Die Probleme im Knie hängen indirekt mit dem Schienbeinkopfbruch am 2. März 2007 in Tarvis, der bisher schwersten Verletzung von Zettel, zusammen. "Ich habe einen totalen Fehlzug von der Oberschenkelmuskulatur auf die Kniescheibe gehabt. Und im Unterschenkel war ein Trauma vorhanden. Da war die Rotation blockiert, speziell nach innen. Diese Faktoren haben zusammengespielt und die Entzündung wahrscheinlich ausgelöst."

Mit speziellen Übungen, die die Sportlerin überall ausführen kann, werden Fehlverhalten ausgemerzt und so der Fehlbelastung entgegengewirkt. In der Vorbereitung war die richtige Dosierung wichtig, auf drei Tage Schneetraining folgten drei Tage Pause. Zuletzt erholte sich das Knie immer schneller. Konditionell kam Zettel die im Frühjahr erworbene Basis zugute. In Sölden will sie sich nun überraschen lassen. "Klar, Sölden ist immer ein großes Ziel, es ist eines der schwersten Damenrennen und ich habe da schon große Erfolge gefeiert", meinte Niederösterreichs Sportlerin des Jahres.

Hochform

Nach den Ausfällen von Marlies Schild und Nicole Hosp lastete in der zweiten Saisonhälfte des vergangenen Winters der ganze Druck im rot-weiß-roten Damen-Schiteam auf Zettel. Hosp ist zurück, Schild wird ihr Comeback geben, Elisabeth Görgl soll in Hochform sein, womit die Gunst (und Bürde) wieder auf mehrere Damen verteilt sein sollte. Zettel: "Ich habe gemerkt, dass alles auf mich schaut. Aber ich habe versucht, das an mir vorbeiziehen zu lassen. Ich habe auf meine Sachen geschaut, und das ist mir auch gut gelungen - nur eben leider zum Schluss nicht. Aber daraus lernt man."

Hellauf begeistert ist die Göstlingerin von der Arbeit des neuen Trainers Günter Obkircher und dessen Team. "Ich finde das super. Der Gruppenzusammenhalt ist extrem gut. Harmonie, Wohlgefühl und 'Gaude' - das ist ganz anders als am Ende der letzten Saison. So macht alles viel mehr Spaß und geht einfacher von der Hand." Obkircher arbeitete zuletzt mit den Europacup-Herren, laut Zettel hat er sich an die Damen schnell gewöhnt: "Von der Handhabung her sind wir nicht schwieriger oder leichter als die Herren. Vielleicht brauchen wir manches Mal ein bisserl sensiblere Kommentare, aber ich bin voll zufrieden, wie er sich gibt."

Man könne mit dem neuen Trainer über alles reden und finde Kompromisse in allen Sachen. "So kommen wir sicher sehr weit." Obkircher hat vor ein paar Jahren bereits unter Mathias Berthold bei den ÖSV-Damen gearbeitet. "Da wusste er ja, worauf er sich einlässt", meinte Zettel grinsend.


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