Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
27. Mai 2012 00:09 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren 332936 Mitglieder | 134 online
Home » Sport » Ski » Ski Alpin
Klaus Kröll: Von der Krücke auf das Podest "Ich bin dankbar, dass alles so ist" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Ski Alpin Nächster Artikel Klaus Kröll: Von der Krücke auf das Podest "Ich bin dankbar, dass alles so ist"
Zuletzt aktualisiert: 13.10.2009 um 18:00 UhrKommentare

Mit 36 ist Maier für immer im "Ziel"

So plötzlich wie er einst aufgetaucht war, so plötzlich hat Hermann Maier seine große Karriere nun beendet. "Danke und Pfiat euch." Es war ein Abschied unter Tränen.

Hermann Maier

Foto © ReutersHermann Maier

Er war nicht immer pünktlich. Gut, im Ziel sehr oft, sehr oft sogar als Erster. Bei Presseterminen aber, da ließ er sich nicht selten bitten. Am Dienstag jedoch, da nahm Hermann Maier im Blitzlichtgewitter und pünktlich auf die Minute genau dort auf dem Podium Platz, wo er im Lauf seiner großen Karriere inklusive Olympischer Spiele und Weltmeisterschaften 59 Mal stand - in der Mitte. Dort also, wo Sieger hingehören. Und auch am Dienstag feierte Hermann Maier einen solchen. Es war ein Sieg der Sympathie, einer des Menschen Maier über die Rennmaschine Herminator.

Der finale Abschwung

"Hallo und grüß' euch", waren um exakt 14.01 Uhr seine ersten Worte, nachdem ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel und Raiffeisen-Werbeleiter Leodegar Pruschak, die ihn während der ORF-Live-Übertragung links und rechts flankierten, kurze einführende Worte geprochen hatten. "Hallo und grüß' Euch." Da lächelte er. Noch. Und obwohl jeder in der Hofburg zu Wien wusste, hatte es etwas fast Bewegendes, wie er sich dem finalen Abschwung näherte. Da war die Rede von "sehr reiflicher Überlegung", von einem "letztlich aber doch spontanen Entschluss", davon, dass er mit dem Training "vollauf zufrieden" gewesen und "alles nach Plan verlaufen" wäre in der bisherigen Vorbereitung auf die Olympia-Saison. "In der vergangenen Woche konnte ich auf dem Gletscher und ohne Beschwerden im Renntempo Schi fahren", sagte Maier.

Und dann wollte er das Wort "Schlussstrich" in den Mund nehmen, aber das Wort wollte nicht. Der Hals zugeschnürt, komplett zugeschnürt, Tränen schossen ihm in die Augen.

Totenstille im Saal, ein paar endlose Sekunden lang. Unterbrochen lediglich durch das oft gnadenlose Klicken und Klacken der Fotoapparate. "Und dann habe ich . . ." - abermals der emotionale "Einfädler" und wieder ein paar geschluchzte Sekunden. " . . . habe mich nach kurzer Bedenkzeit entschieden, dass ich einen Schlussstrich ziehen und meine Karriere als Schirennfahrer mit den heutigen Tag beenden werde."

Heraußen war's. Endlich.

Am Freitag der vergangenen Woche hatte er den Entschluss gefasst. Alleine und in seinem Anwesen am Attersee. Dann setzte Maier den ÖSV-Boss in Kenntnis, am Sonntag erst seine Familie. Dass der Pressetermin schließlich derart kurzfristig, nämlich erst einige Stunden vor dem Treffen im Dachfoyer der Hofburg, angesetzt worden war, hatte schlicht den Grund, dass nur ja nichts durchsickern und frühzeitig publiziert werden konnte.

Der ideale Zeitpunkt

Um 14.09 war Maiers Monolog zu Ende. Applaus erfüllte den Saal. Warum Maier in weiterer Folge während des Frage-Antwort-Spiels immer wieder betonte, es täte ihm "leid, dass ich heute so weich geworden bin", bleibt sein Geheimnis. Schließlich ist es eine durchaus menschliche Reaktion, traurig zu sein und das auch zu zeigen, wenn ein herausragender Lebensabschnitt zu Ende geht. Auch für einen Hermann Maier.

Es hätte sich um den "idealen Zeitpunkt" gehandelt. Just weil es ihm bei der Rückkehr auf die Schi so gut gegangen sei, habe er sich zum Rücktritt entschlossen. "Ich habe auf dem Gletscher gesehen, dass ich wieder alles tun kann, das ist das Schönste." Und das soll so bleiben. Sprich, er will die Gesundheit nicht wieder aufs Spiel setzen. "Ich kann", sagte Maier, "einen Berg nicht nur rauf laufen, ich kann ihn auch runter laufen. Das können nicht viele. Und ich möchte das noch lange können. Und Schi fahren möchte ich. Wo und wann ich will und nicht wenn ich muss."

Noch vor einer Woche, und das versicherte er glaubhaft, hätte er keine Ahnung gehabt, dass es ein paar Tage später so sein würde.

Der größte Erfolg

Unvermeidlich war natürlich die Frage nach dem größten Erfolg in dieser beispiellosen Laufbahn, Und auch da punktete Hermann Maier mit einer ausgesprochen sympathischen Antwort. "Mein größter Erfolg? Meine Beharrlichkeit, irgendwann einmal im Weltcup fahren zu wollen und das auch zu schaffen."

Fakten

Der ORF ändert aufgrund des Rücktritts von Schistar Hermann Maier sein Programm und strahlt am Mittwoch um 20.15 Uhr auf ORF 1 die 30-minütige Sendung "Rücktritt einer Legende" aus. Maier blickt dabei im ORF-Gespräch auf seine einmalige Karriere zurück.

Worte des Dankes richtete Maier an diesem frühen Nachmittag des 13. Oktober (in dieser Reihenfolge) an seine Eltern, "die einen hyperaktiven Buben zu bändigen wussten und auf den richtigen Weg führten", an den Bruder, den Sponsor, den ÖSV-Präsidenten und andere Verbandsmitglieder, "die spät aber doch erkannt haben, dass sich in Österreichs Bergen ein verstecktes Talent herumtreibt", an die Fans und die Heimatgemeinde Flachau und schließlich an die Trainer. "Ich hoffe, dass ich allen etwas zurückgegeben habe und noch zurückgeben werde."

Und wie geht's nun weiter mit dem 36-jährigen Ausnahmeschifahrer Hermann Maier? "Jetzt nehme ich mir zu allererst eine große Auszeit. Aber eines weiß ich: Was auch immer ich neu beginnen werde, es wird und es muss eine spannende Tätigkeit sein. Das bin ich mir uns meinem Wesen schuldig."

Waren seine ersten Worte um 14.01 "Hallo und Grüss' euch", so waren die letzten (offiziellen) um 14.09 "Danke und Pfiat euch."

Wir haben zu danken, Hermann Maier.

ACHIM SCHNEYDER

Steckbrief

  • Geboren: 7.12.1972 in Altenmarkt/Pongau
  • Wohnort: Flachau/Salzburg
  • Größe/Gewicht: 1,81 m/86 kg
  • Verein: USC Flachau
  • Familienstand: ledig
  • Schi/Schuhe: Head/Lange
  • Beruf: Schirennläufer, Maurer, Schilehrer
  • Hobbys: Motorrad, Fußball, Klettern, Schitouren

Größte Erfolge

  • Olympia: Gold Super G und Riesentorlauf 1998 Nagano, Silber Super G 2006 Turin/Sestriere, Bronze Riesentorlauf 2006 Turin/Sestriere
  • WM: Gold Abfahrt und Super G 1999 Vail, Gold Riesentorlauf 2005 Bormio, Silber Abfahrt 2001 St. Anton und Super G 2003 St. Moritz, Bronze Super G 2001 St. Anton
  • Weltcup: 4 Gesamt-Siege (Punkterekord 1999/2000: 2000 Punkte), 10 Disziplinen-Siege, 54 Weltcupsiege (Rekord mit Stenmark: 13 Siege in einer Saison)
  • Ehrungen: Viermal in Serie Österreichs Sportler des Jahres (1998, 1999, 2000, 2001)

Weltcup-Finale in Schladming 2012

GEPA

Videos, Reportagen, Fotos, O-Töne und vieles mehr von der finalen Kugeljagd: Das Ski-Weltcup-Finale in Schladming im multimedialen Rückblick.

KLEINE.tv

Sibirische Skifahrer beenden Saison im Wasser

Bei uns ist es bereits angenehm warm. Etwas ungewöhnlich hingegen die Si...Noch nicht bewertet

 

Der Ski-Weltcup im Bild

Galanacht des Sports: Stargast Vonn überstrahlte alle 

Galanacht des Sports: Stargast Vonn überstrahlte alle

 


Ski-WM 2013

Schladming 2013 I Foto: GEPA

Schladming ist heiß auf die WM 2013. Alle Infos zum großen Ski-Event gibt's in unserem Special.

Ski-Live-Ticker

GEPA

Verpassen Sie kein Ergebnis, keinen Sturz, keinen ÖSV-Sieg! Mit unserem Live-Ticker sind Sie hautnah dabei!

 

Nationenwertung 2011/2012

 

Ski-Weltcup-Kalender 2011/2012

 

Das war Kitz 2012

GEPA

Hahnenkamm bis Ganslerhang, Zielschuss bis Party-Zone: Lesen Sie bei uns nach, was Kitzbühel heuer an Sportlichem und Promis zu bieten hatte. Plus: Die besten Bilder und Videos.

Sicher durch den Winter

Franz Klammer hilft mit guten Tipps, damit Sie sicher durch den Winter kommen. Videos inklusive!

 

Sport-SMS

Foto: KLZ DIGITAL/Scheriau

Immer top informiert -holen Sie sich die wichtigsten Sport-News auf Ihr Handy!



Seitenübersicht

Zum Seitenanfang