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    Zuletzt aktualisiert: 24.02.2013 um 16:14 UhrKommentare

    Stecher will in Sotschi starten

    Der 35-jährige Vize-Weltmeister Mario Stecher über die Wertigkeit von Medaillen im "hohen" Sportleralter, seine schwierige Zeit nach seiner Verletzung Anfang Jänner und seinen unbedingten Willen, trotz seines lädierten Knies bei Olympia 2014 dabei zu sein.

    Mario Stecher mit seiner Silbermedaille

    Foto © GEPAMario Stecher mit seiner Silbermedaille

    Mario Stecher hat nicht nur österreichische Fans mit seinem tollen Comeback bei den Weltmeisterschaften im Val di Fiemme beeindruckt. Im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur spricht der 35-jährige Vize-Weltmeister u.a. über die Wertigkeit von Medaillen im "hohen" Sportleralter, seine schwierige Zeit nach seiner Verletzung Anfang Jänner und seinen unbedingten Willen, trotz seines lädierten Knies bei Olympia 2014 dabei zu sein - egal wie viel Erfolg ihm noch bei der WM beschieden sein möge.

    Sie haben 14 Jahre nach der Heim-WM in der Ramsau wieder Einzel-Silber geholt. Fühlt sich das mit 35 noch schöner an?

    Mario Stecher: "Ja, absolut. Man lernt das Ganze halt viel mehr zu schätzen. Ich weiß, was ich dafür hergeben habe müssen, um das wirklich noch einmal zu erreichen."

    Vor einigen Wochen haben Sie nach Ihrer Knieverletzung sogar ans Aufhören gedacht. Ist dieses Comeback nicht rührend für Sie selbst?

    Stecher: "Rührend war es für mich vor dem Probesprung, als ich meine zwei Kinder gesehen habe und die wirklich wieder einmal zuschauen haben können. Da hat es mich richtig gepackt. Aber wenn man im Wettkampf drinnen ist, fokussiert man sich nur darauf."

    Wie geht es Ihrem Knie denn nun wirklich?

    Stecher: "Ja, es ist absolut in Ordnung. Ich habe am Freitag den ganzen Tag keine Schmerzen gehabt. Am Samstag hat es schon ein bisserl weh getan, aber das kriegen wir wieder hin."

    Kann es sein, dass Sie bei erfolgreichem weiterem WM-Verlauf Ihre Karriere vielleicht noch vor Sotschi beenden?

    Stecher: "Natürlich könnte ich jetzt sagen, 'okay, das war's. Der Kreis hat sich gut geschlossen. Ich habe jetzt noch einmal eine Einzelmedaille holen dürfen', aber mir macht es halt unter dem Jahr so viel Spaß zu trainieren und auch immer noch das Messen im Wettkampf. Das würde ich vermissen und deshalb werde ich schon alles daran setzen nach einigen Gesprächen mit meinen behandelnden Ärzten, wie wir das für Sotschi angehen können."

    Ist es auch möglich, dass Sie diese wahrscheinlich weitere Knie-Operation auf die Zeit nach Sotschi hinausschieben, um nichts zu riskieren?

    Stecher: "Ich möchte schon die Chance, dass ich mich kurz vor so einer Großveranstaltung wieder verletze, minimieren. Das ist mein großes Ziel für den Sommer. Wenn ich eine Operation machen muss, wo ich nach drei Monaten wieder Radfahren kann, dann ist das in Ordnung. Wenn ich höre, dass ich dann acht Monate nichts machen kann, wird es das nicht spielen."

    Was sagt denn eigentlich Ihre Frau dazu? Die leidet ja sicher auch mit. Ist sie zwiegespalten?

    Stecher: "Nein, ganz und gar nicht. Ich glaube, wenn es mir gut geht in meinem Tun, dann taugt ihr das auch. Und sie hat gesehen, wie ich daheim gelitten habe, als ich drei, vier Tage daheimgesessen bin und mit mir selbst beschäftigt war. Sie war auch mit ein Grund, dass ich gesagt habe, okay, ich probiere es noch einmal."

    Mit Ihrer "Fast-Schwägerin" Marlies Schild (Freundin von Benjamin Raich, dem Bruder von Stechers Frau, Anm.) haben Sie ja ein ähnliches Schicksal in diesem Jahr. Haben Sie oft mit ihr darüber gesprochen?

    Stecher: "Wenn man Nachbar ist, spricht man zwangsläufig über solche Sachen. Wir haben beide probiert, dass wir so schnell wie möglich fit werden. Und es ist Gott sei Dank bei beiden sehr gut aufgegangen."

    Felix Gottwald hat die Karriere ja beendet. Fühlen Sie sich trotz aller früheren Erfolge jetzt erstmals so richtig als Nummer 1?

    Stecher: "Völlig uninteressant. Ich habe Felix ganz knapp vor der WM beim Langlaufen in der Ramsau getroffen. Wir haben da ganz normal geredet, das Verhältnis ist nach wie vor sehr gut. Der Felix hat seine Art und Weise gehabt, Kombination zu leben und ich die meine. Ich habe, was Verletzungen anbelangt, einfach viel mehr durchgemacht. Er hat es relativ verletzungsfrei geschafft."

    Sie sind wohl DAS "Stehaufmännchen" in diesem Sport.

    Stecher: "Das kann nur ich selbst beeinflussen. Ich habe den Ehrgeiz und immer wieder ein Ziel vor Augen. So kannst du die Kraft schöpfen, dass man etwas erreicht."

    Können Sie am Ende Ihrer Karriere sagen, dass Sie ausgesorgt haben?

    Stecher: "Nein, ausgesorgt definitiv nicht. Aber ich werde der Letzte sein, der sagt, mir geht es nicht gut. Wir haben uns ein Haus gebaut, wir haben alles, was man sich wünschen kann. Wenn man das mit dem Sport erreicht hat, dann hat er schon sehr viel hergegeben - neben dem Spaß."

    Sehen Sie Ihre Zukunft in diesem Sport in einer Funktion?

    Stecher: "Ich habe in Deutschland bei einer Fern-Uni Sportmanagement zu studieren begonnen. Aber an sich sehe ich meine Zukunft schon auch im Sport. Mein Herz liegt von klein auf bei dem Sport und ich würde es missen, wenn ich das ein oder zwei Jahre nicht tue."

    Interview: Gerald Widhalm/APA in Predazzo

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