Morgenstern, Vize-König von Oslo
Thomas Morgenstern kürte sich in Oslo zu Österreichs erfolgreichstem Athleten. Dass er nicht der WM-König wurde, stört ihn nicht. Und auch mit seiner Silbernen kann der Kärntner Ausnahmesportler leben.

Foto © GEPAThomas Morgenstern
Der Vorhang ist gefallen, das aus österreichischer Sicht bislang fulminanteste WM-Schauspiel der Geschichte hat sein Ende gefunden. Was bleibt, ist die schöne Erinnerung an goldige elf Wettkampftage, die eine Menge packende Kapitel schrieben. Der Protagonist des rot-weiß-rot eingefärbten Drehbuchs trägt den Namen Thomas Morgenstern. Mit dreimal Gold und einmal Silber übertraf sich der Kärntner auf der nordischen Bühne einmal mehr selbst. Und hätte Petter Northug am Sonntag nicht noch einmal Gold geholt, wäre Morgenstern in Oslo gar zum "König des Holmenkollen" gekrönt worden.
Obwohl, "so wichtig ist das gar nicht. Denn wer der König der WM war, haben die Leute spätestens in einer Woche wieder vergessen", grinst der Seebodener auf seine typische Art. Weit wichtiger sind ihm da schon die schönsten WM-Erinnerungen: "Die Menschen und die Begeisterung! Vor so vielen Leuten eine Medaille umgehängt zu bekommen, werde ich wohl nicht mehr erleben", sinniert der 24-Jährige. Dass er nun der erfolgreichste Springer der WM-Geschichte ist, macht den Blondschopf wiederum mächtig stolz: "Es ist schwer, das in Worte zu fassen, aber es ist unglaublich toll." Dem vierten Gold, das ihm Teamkollege Gregor Schlierenzauer um 0,3 Punkte vor der Nase wegschnappte, trauert Morgenstern nur noch bedingt nach: "Das Schlechteste, was mir hier in Oslo passiert ist, ist eine Silbermedaille. Was soll ich mich da groß beschweren?"
Nach dem WM-Trubel flog der Kärntner am Sonntag in die Heimat, am 11. März steht aber in Lahti bereits das nächste Weltcupspringen an. Der Saisonausklang geht dann traditionell mit dem Schifliegen in Planica über die Bühne. Anschließend wartet noch in Zakopane das Abschiedsspringen für Adam Malysz, ehe es für den Gesamtweltcupsieger in Seeboden einen großen Empfang gibt. "Darauf freue ich mich besonders. Da kann ich allen, die mir immer so fest die Daumen drücken, Danke sagen."
Die Vorbereitung auf die nächste Saison lässt auch nicht allzu lange auf sich warten. Sein Ziel: "Dass ich nicht stehen bleibe, sondern mich weiterentwickle. Ich werde wieder das Bestmögliche aus mir herausholen."
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Das Königspaar der WM
Die Langlauf-Bewerbe waren fest in der Hand der Gastgeber. Krönte sich bei den Damen Marit Björgen mit vier Mal Gold und einmal Silber zur Königin der WM, so heißt ihr männliches Pendant Petter Northug. Er beendete die WM mit dreimal Gold und zweimal Silber.











