Thomas Morgenstern: "Der Respekt ist größer"
Thomas Morgenstern plaudert vor dem Bewerb am Donnerstag auf der Großschanze über Gefühle und über Neider.

Foto © APThomas Morgenstern
Live-Ticker
Der Holmenkollen ist die Wiege des Nordischen Sports, die Norweger sind extrem begeisterungsfähig. Wie empfinden Sie die Stimmung hier?
THOMAS MORGENSTERN: Einfach unglaublich. Alleine bei der Siegerehrung, wenn 40.000 Menschen jubeln, erfährt man ein geniales Gefühl der Dankbarkeit. Diese Stimmung ist kaum zu toppen. Wenn ich da an die nächste Geister-WM in Predazzo denke...
Am Donnerstag steht der Einzel-Bewerb auf der Großschanze an - liegt Ihnen eigentlich dieser Bakken?
MORGENSTERN: Ich habe ein sehr gutes Gefühl im Bauch und fühle mich auf der Großen fast schon wohler als auf der Normalschanze. Ich werde es einfach wieder passieren lassen und dann werden wir sehen, was dabei herauskommt.
Bei der letzten WM in Liberec waren Sie noch am Boden zerstört, hier in Oslo sind Sie zum unumstrittenen König aufgestiegen.
MORGENSTERN: Der Sturz in Liberec hat schon seinen Grund gehabt - der ist nicht zufällig passiert. Da sind damals Schritte eingeleitet worden, die mich dorthin gebracht haben, wo ich heute bin.
Beim Bewerb auf der Normalschanze haben Sie sich Schneefall und Windstille gewünscht - so ist es dann auch gekommen. Wünschen Sie sich für Donnerstag dasselbe Wetter?
MORGENSTERN (schmunzelt): Ich hätte bestimmt nichts dagegen, weil mir leichter Niederschlag beim Springen taugt. Da herrscht dann immer eine so schöne Stimmung. Aber das Wichtigste ist, dass es für alle fair bleibt.
Sie haben bereits zwei Mal die Gratulationen von König Harald entgegengenommen? Läuft alles nach Wunsch, könnte es zu noch zwei Treffen kommen.
MORGENSTERN: Mit dem König zu reden, ist etwas ganz Besonderes. Zwei Titel habe ich bereits - wie viele noch dazukommen, steht in den Sternen. Sollte ich ihn aber nicht mehr bei der Siegerfeier sehen, können wir uns ja auch so einmal gemütlich am Abend zusammensetzen.
Sie haben heuer alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Muss sich die Konkurrenz schon vor Ihnen fürchten?
MORGENSTERN (lacht): Nein, Angst braucht niemand vor mir zu haben. Es gibt genügend Springer, die das Potenzial haben, mich zu schlagen. Was ich aber merke, ist, dass der Respekt der anderen für die Sprünge, die ich heuer abgeliefert habe, sehr groß ist. Das war nicht immer so.
Wieso, wie war es in der Vergangenheit?
MORGENSTERN: Na ja, wie ich früher gewonnen habe, dann war da von einigen Seiten ein Neid zu spüren. Das war nicht so angenehm.
Ausgenommen Ihre Teamkollegen, wen sehen Sie im heutigen Bewerb als Ihre größten Herausforderer?
MORGENSTERN: Meine Kollegen sind aber meine schärfsten Rivalen. Und es ist schön zu wissen, in einem Team zu springen, in dem es jeder drauf hat und jeder heuer bereits zumindest ein Weltcupspringen gewonnen hat. Von den anderen Teams schätze ich derzeit Adam Malysz, Simon Ammann und Matti Hautamäki am stärksten ein.
Die Errichtung der Stützpunkte soll viel zur Erfolgswelle beitragen. Stimmen Sie dem zu?
MORGENSTERN: Absolut! Ich trainiere seit zweieinhalb Jahren mit Heinz Kuttin in Villach. Er ist ein absoluter Goldgriff. Er kennt mich schon von klein auf und weiß ganz genau, wo er wie auf mich einwirken muss. Und das alleine macht die ganze Sache schon um vieles leichter.












