Nächste WM-Schlappe für ÖSV-Kombinierer
Die ÖSV-Kombinierer fahren ohne Medaille von der Nordischen WM in Liberec nach Hause. Im Einzelbewerb am Samstag kam kein Österreicher unter die Top-10. Die USA holten sich durch Demong das dritte WM-Gold.

Foto © GEPABernhard Gruber lag nach dem Springen noch auf Platz sechs
Auch der dritte WM-Einzelbewerb in der Nordischen
Kombination in Liberec hat am Samstag einen US-Sieg gebracht. Nach
dem Double von Todd Lodwick im Massenstart und im
Normalschanzen-Bewerb setzte sich in der Großschanzen-Konkurrenz Bill
Demong, der Pechvogel des Teambewerbs, durch.
Gruber Elfter.
Der 28-Jährige aus Lake Placid skatete im 10-km-Langlauf vom
achten Rang an die Spitze und gewann 12,8 Sekunden vor Björn
Kircheisen, der die achte Silbermedaille der bei den 47. Titelkämpfen
noch sieglosen Deutschen einfuhr, sowie dem besten Springer, dem
Franzosen Jason Lamy Chappuis (31,4). Bestplatzierter Österreicher
war Bernhard Gruber als Elfter, 1:18,3 Minuten zurück.
Keine Medaille.
Die ÖSV-Kombinierer gingen damit auch im vierten WM-Bewerb leer
aus und mussten unter der Leitung von Cheftrainer Alexander Diess
nach Sapporo 2007 auch das zweite Großereignis enttäuscht
bilanzieren. Diess sprach nach dem Samstag-Bewerb von einer "bitteren
Niederlage", die Gründe des schwachen Abschneidens müsse man
analysieren.
Keinen Rhythmus gefunden.
"Wir sind von Anfang an nicht in den WM-Rhythmus gekommen, dann
hat sich die Negativ-Spirale gedreht", sagte der Oberösterreicher,
der nicht an Fehler in der Vorbereitung glaubte. "Bei der WM liegt
alles knapp beisammen, wir konnten unser Potenzial nie voll
ausschöpfen." Die Österreicher hatten vergeblich den "Geist von
Ramsau" beschworen, wo vor zehn Jahren Stecher mit Silber im letzten
Bewerb die Ehre gerettet hatte.
Unrealistisch.
Die Chance im Großschanzen-Bewerb von Liberec war schon nach dem
Springen unrealistisch gewesen. Gruber war als Sechster der Beste,
sich aber bewusst, dass es nicht zu Edelmetall reichen würde. "Dazu
hätte ich viel weiter springen müssen", sagte der Salzburger. In der
Loipe war er trotz besten Materials überfordert. "Die anderen sind so
viel stärker, das Tempo ist mir einfach zu hoch", erklärte Gruber,
der im Laufen fünf Plätze einbüßte.
Selbstkritisch.
Stecher lief nach gutem Beginn von Rang 16 auf elf vor, stand aber
schließlich nur als 17. in der Ergebnisliste (1:44,8 zurück). "Zu
kurz gesprungen und zu lang gelaufen", meinte der 31-jährige
WM-Zweite von 1999 und sprach selbstkritisch von schlechten
Leistungen. "Für die Winterspiele nächstes Jahr müssen wir in der
Vorbereitung etwas anders machen." Marco Pichlmayer, als Ersatzmann
doch noch zu einem Einsatz gekommen, landete nach Rang 23 im Springen
an der 18. Stelle.
Nicht in Sprungform.
Christoph Bieler haderte mit seiner Sprungform, die bessere
Platzierungen verhinderte. Zum WM-Abschluss wurde er nur 47., nach
dem Springen war er nach langem Warten vor seinem Sprung und teils
als Opfer der Bedingungen nur 43. gewesen. "Ich bin auf der großen
Schanze nie richtig ins Fliegen gekommen, das Aha-Erlebnis hat
gefehlt, ich konnte es nicht laufen lassen."
USA überragend.
Für die USA lief es hingegen optimal. Demong, der seinen Kollegen
die Chance auf Gold im Teambewerb genommen hatte, weil er seine
Startnummer nicht fand und nicht springen durfte, kehrte zwei Tage
später triumphal zurück. Damit waren die USA die großen Gewinner von
Liberec, die Weltcup-Dominatoren Anssi Koivuranta (FIN/5 Saisonsiege)
und Magnus Moan NOR/6) gingen wie die Österreicher leer aus.
Krank.
Koivuranta konnte am Samstag wegen einer Erkrankung, die ihn schon
an der Teilnahme am Teambewerb gehindert hatte, als zweitbester
Springer nicht zum Langlauf antreten, "Lauf-Wunder" Moan stürmte vom
34. "nur" noch auf den fünften Platz nach vorne, 23,7 Sekunden hinter
Edelmetall.










