Logbuch des Erfolges - Pointner und sein Laptop
Auch Fotos werden dank Zoomfunktion analysiert - "Unsere große Stärke ist die gute Vernetzung"

Foto © APA/GindlMartin Koch mit Alex Pointner (hinten)
Tausende Sprünge auf Video, unzählige hoch qualitative Fotos und genaue Sprungbeschreibungen sowie Erläuterungen zu den Korrekturen. ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner überlässt nichts dem Zufall. Jede Einzelheit wird auf seinem Laptop gespeichert, seit zwei Jahren hält er sogar die jeweilige Stimmung im Team schriftlich nieder.
Analyse. "Auf meinen Computer gibt es seit der Saison 2002/03 keinen Sprung, den ich nicht gespeichert habe. Das war das erste Jahr, in dem ich die zweite Mannschaft übernommen habe", schildert Pointner, der diese Daten für die Technik-Analyse für wesentlich hält.
Stimmung. Nicht nur die Videos hat er gespeichert. "Jeder Sprung ist genau beschrieben, welche Korrekturen und warum ich sie gegeben habe." Seit rund zwei Jahren hat er sein Trainertagebuch erweitert. Es wird nicht nur die Trainingsplanung dokumentiert und ausgewertet, "ich weiß jetzt auch, was für eine Stimmung war, oder was wer gemacht hat", sagte Pointner.
Anzug. Die Dokumentation geht so weit, dass auch tausende Fotos aufgehoben werden. Da im Materialbereich gerade auch der Anzug eine wichtige Rolle spielt. "Man kann ja in die Bilder hineinzoomen und jede kleine Falte kann sich positiv oder negativ auswirken. Also muss man auch mit dem Medium Foto arbeiten", erklärte der Erfolgstrainer
Basisarbeit. Natürlich wird bei all der Technik nicht auf die menschliche, die psychologische Komponente vergessen. Pointner: "Natürlich muss man öfters auch die wirkliche Basisarbeit machen. Die Mischung macht es aus, und das wir breit in unserer Arbeit aufgestellt sind."
Bescheid wissen. Die Ressourcen der ÖSV-Adler mit Ernährungswissenschaftler, Aerodynamiker, Sportwissenschafter, Sportpsychologen usw. sind ausgezeichnet. Doch die Vielzahl all dieser Helfer würde nichts nützen, wenn man sie nicht gut miteinander vernetzt, beschreibt der vierfache Vater. Zu viel unkoordinierte Information auf einmal könnte auch zu viel werden und das Gegenteil bewirken. "Unsere große Stärke ist, dass da vernetzt zusammengearbeitet wird, dass der Sportpsychologe auch Bescheid weiß, was der Ernährungswissenschafter mit den Athleten macht usw." Darum sollen auch bei Nebensächlichkeiten wie Volleyball spielen diese Spezialisten - wenn möglich - dabei sein. "Allein durch ein Gespräch mit einem Sportler kommt man nicht auf die Gefühlsebene, die er momentan wirklich spürt."
Gedanken. Ob er all dieses Wissen und seine Erfahrungen eines Tages auch in höherer ÖSV-Funktion ausnützen will? "Natürlich kann ich es mir vorstellen, aber ich habe nicht die Vision, dass ich dieses oder jenes werden will", erklärte Pointner. Wichtig sei ihm, dass die wichtigen Leute im ÖSV auch nach 2010 in den Positionen bleiben. "Man muss sich gemeinsam Gedanken machen, wie die Leute optimal eingesetzt werden."
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