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Zuletzt aktualisiert: 27.02.2011 um 20:50 UhrKommentare

Norwegerin Marit Björgen: Ein Superstar im Zwielicht

"Loipen-Wunder" Marit Björgen holte bei der Heim-WM in Oslo bereits zwei Mal Gold. Doch die Norwegerin steht wegen ihres Asthmamittels schwer in der Kritik. "Ohne dieses Mittel wäre sie nie die beste Langläuferin," so Kowalczyk.

Marit Björgen

Foto © APA/EPAMarit Björgen

Es war klar, dass die Frage nach ihrem Asthmamittel Symbicort fallen würde. Und Marit Björgen zeigte sich bei der Pressekonferenz auf dem Holmenkollen nach ihrem Gold-Lauf in der 15-km-Doppelverfolgung auch bestens gerüstet: "Ja, es stimmt. Ohne dieses Mittel könnte ich wohl nicht gewinnen", gab die Norwegerin, die ja bereits im Sprint aufs oberste Podest gelaufen war, zuerst überraschend zu. Der alles entschärfende Nachsatz: "Aber nur, weil ich dann keine Luft bekommen würde."

Björgen betonte, dass sie alle nötigen Papiere sowohl von der Welt-Antidoping-Agentur als auch dem Internationalen Schiverband FIS habe - das Mittel sei genehmigt. Dass sie in der Loipe so stark sei, hätte einen anderen Hintergrund: "Ich habe mein Training umgestellt: Hohe Umfänge mit geringer Intensität statt harter Einheiten", erzählt das Kraftpaket, das im klassischen 10-km-Rennen das dritte Gold abholen will.

Kowalczyk ätzt

Die erneute Kritik an Björgen, deren Mittel vorrangig die Lungen reinigt, kommt von Erzrivalin Justyna Kowalczyk. Die polnische Gesamtweltcup-Führende hatte bereits bei den Spielen in Vancouver, wo Björgen drei Mal Gold abgeräumte, gegen die Norwegerin scharf geschossen. "Ohne dieses Mittel wäre sie nie die beste Langläuferin. Das sagt sie selbst. Ich bereite mich auf der Loipe vor, nicht in der Apotheke", ätzt die Zweite in der Doppelverfolgung auch jetzt in Oslo. Mutige Worte aus dem Mund Kowalczyks, die 2005 wegen eines Dopingvergehens für ein Jahr aus dem Loipen-Verkehr gezogen worden war.

Björgens Ansehen in der norwegischen Öffentlichkeit hat ob dieser Vorwürfe bislang keinen Kratzer abbekommen. Im Gegenteil, die 30-Jährige aus Trondheim genießt in ihrer langlauf-verrückten Heimat mehr denn je den Status eines absoluten Superstars. Mit oder ohne Asthmamittel.

Hochnäsiger Northug

Weniger in der Gunst des norwegischen Volkes liegt Petter Northug, der nach Silber im Sprint in der 30-km-Doppelverfolgung zu Gold lief. Die Gründe: Der Doppel-Olympiasieger, der als hochnäsig gilt, würde in der Loipe zu wenig arbeiten. Stets im Windschatten der Konkurrenz würde er sich nur auf seine Sprintqualitäten verlassen.

Jürgen Pinter hat davon nicht viel mitbekommen - der Kärntner wurde nur 40.

ALEXANDER TAGGER, OSLO

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