Doping-Verdächtigungen gegen Österreich zurückgenommen
Alle Dopingvedächtigungen der ÖSV-Biathleten wurden zurückgenommen. Simon Eder hat als Achter im WM-Sprint noch alle Chancen in der Verfolgung. Björndalen holte seinen elften WM-Titel.

Foto © APAElfter Einzel-WM-Titel für Björndalen
Nach jedem Dopingfall kämpft eine Sportart um ihre Glaubwürdigkeit. Die Biathlon-Familie kämpft ausgerechnet im Umfeld der WM in Pyeongchang um ihr Ansehen. Vor allem waren die Österreicher einmal mehr verdächtigt worden. Von den Zeitungen "L'Equipe" und der "Süddeutschen". Markus Gandler, sportlicher Direktor, stellte bei einer Pressekonferenz die Gewissensfrage an die jeweiligen Journalisten, wie man zu solchen Informationen komme. "Wenn ein Labor Namen ausplaudert, sollte es sofort gesperrt und geschlossen werden. Aber die Journalisten haben sich bei uns in aller Öffentlichkeit entschuldigt. Die Entschuldigung reicht mir auch vorerst einmal", sagte Gandler. Eine Rechtklage wurde trotzdem eingebracht.
Dopingsünder. Die drei russischen Dopingsünder (Dmitri Jaroschenko, Albina Achatowa und Jekaterina Jurjewa) wurden überführt, verließen Korea fluchtartig und müssen mit vierjährigen Sperren rechnen. Das Dopingmittel sei bereits der vierten EPO-Generation zuzuordnen. Es gibt Stimmen, den russischen Verband komplett zu sperren, das Weltcup-Finale in Khanty Mansisk zu boykottieren. "Ich glaube nicht, dass diese Vorschläge umgesetzt werden", so Gandler. Zumal da Beschlüsse der IBU-Generalversammlung erforderlich wären.
Schweden. Im Kampf um das scheinbar systematische Doping in Russland war Schweden die Speerspitze. Wolfgang Pichler, deutscher Trainer der Schweden, hatte sogar Unterschriften gesammelt, um das russische Team von der WM auszuschließen. Entsprechende Drohungen gegen Schweden, wenn sie in Russland einreisen, ließen nicht lange auf sich warten. "Er hat sich sehr weit hinausgelehnt", erzählte Gandler am Telefon. "Aber ich will das nicht weiter kommentieren."
Es geht um den Sport. Der ÖSV darf sich wieder auf den Sport konzentrieren, die Situation habe man verdaut. So war man nach dem achten Platz von Simon Eder im gestrigen WM-Sprint, der mit einem totalen Erfolg der Norwegen geendet hat, doch zufrieden. "Wir waren in einem WM-Sprint noch nie unter den ersten zehn", meinte Gandler. "Es ist heute in der Verfolgung noch alles drinnen, bei viermal Schießen, kann das gesamte Ergebnis auf den Kopf gestellt werden."
Björndalen. Auch ein Ole-Einar Björndalen, der den elften WM-Titel holte, ist einholbar. Man bliebe aber vor allem auf die Staffel fokussiert. Den Hauptgrund für die erfolgreichste Saison (neun Podiumsplätze) sieht Gandler in der Aufteilung in zwei Trainingsgruppen, vermischt mit jungen Talenten ("die aufschließen konnten") und Routiniers ("die Neues versuchen"). Aber auch "daß die Kontrollen greifen, ist ein Grund für eine Rangverbesserung", ist Gandler überzeugt, ohne da gleich wieder Verdächtigungen aussprechen zu wollen. . .
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Österreichs Bester: Simon EderFoto © APA





