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Zuletzt aktualisiert: 29.11.2011 um 16:12 UhrKommentare

Sumann setzt in seiner letzten Saison auf WM

Wird heuer im Biathlon die Ü30 endgültig in die zweite Reihe geschickt? Christoph Sumann (35) hört mit Saisonende auf, glaubt aber an ein gutes Jahr.

Wachablöse wird vollzogen: Christoph Sumann

Foto © GEPAWachablöse wird vollzogen: Christoph Sumann

Ein paar Flocken hat es gegeben in Östersund. Wenigstens beginnt der Biathlon-Weltcup heute mit dem 20-km-Einzelrennen nicht auf einem weiß-grauen Band nebst totem Gras. Es schaut zumindest nach Winter aus, auch wenn die Temperaturen gerade mal den Gefrierpunkt erreichen. Östersund - da bekommt noch so mancher Österreicher eine Gänsehaut. Ein Keim aus dem Trinkwasser hat sich nämlich im Vorjahr in den Körpern der Athleten festgesetzt, die Vorbereitung zerstört. Und Christoph Sumann hat es auf den Punkt gebracht. "Ich war die ganze Saison im Minus. Keiner hat's richtig auskuriert", so der Steirer, für den das vergangene Jahr mit der Bronzemedaille bei der WM in Khanty-Mansiysk halbwegs versöhnlich endete. Heute trinkt er in Östersund kein Wasser, das erste Rennen "wird wie immer ein Abtasten. Noch bin ich nicht in Hochform. Nächste Woche in Hochfilzen sollte es aber passen." Wie das vergangene Jahr soll auch das heurige, Sumanns letztes, enden. Mit einer Medaille bei der WM in Ruhpolding. "Das wird die größte Biathlon-Veranstaltung aller Zeiten, mit 30.000 im neuen Stadion. Dort mag ich schon eine Medaille gewinnen."

Jugendstil

Es wird aber schwer werden. Nicht nur für Sumann, sondern für das gesamte Biathlon-Establishment. Das vorige Jahr ist schon enorm vom Jugendstil geprägt worden. Von einem gewissen Tarjei Bø. 23 Jahre ist er alt, mit fünf WM-Medaillen und dem Weltcupgesamtsieg der erfolgreichste Biathlet. Ebenso alt ist Martin Fourcade, im Vorjahr gewann er drei WM-Medaillen, war Dritter im Weltcup. Und auch Emil-Hegle Svendsen ist erst 26. Eine Saison der Frühreifen, die die Ü30-Gruppe mit verdienten Athleten wie Greis, Ferry oder sogar Mr. Biathlon Ole-Einar Bjørndalen in die zweite Reihe stellen will.

Markus Gandler, ÖSV-Biahtlon-Chef, sieht den kompletten Generationswechsel noch nicht kommen. "Es wird heuer eine gute Mischung geben. Was die Jungen in der Loipe herauslaufen können, machen die Routiniers am Schießstand wett. Es wird eine spannende Saison", so Gandler.

Herrschaft verloren?

Die Älteren, wie auch Daniel Mesotitsch (35), sind freilich für Siege gut, die Herrschaft vielleicht verloren. Der Kärntner konnte im Vorjahr den einzigen Weltcup-Sieg für den ÖSV verbuchen. Beim 20er in Pokljuka. "Ich fühle mich gut, kein Vergleich zum Vorjahr. Hochfilzen und die WM sind die Highlights der Jahres".

Sechs Mann umfasst das ÖSV-Aufgebot in Östersund. Neben Sumann und Mesotitsch starten heute auch Simon Eder, Dominik Landertinger, Fritz Pinter und Sven Grossegger. Am Freitag (16.15) steht der Sprint auf dem Programm, am Sonntag die Verfolgung (12.15).

GERHARD HOFSTÄDTER

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