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Zuletzt aktualisiert: 05.08.2011 um 11:30 UhrKommentare

Ex-ÖSV-Betreuer Mayer hofft auf Freispruch

Am kommenden Montag startet im Wiener Straflandesgericht der Doping-Prozess gegen Walter Mayer, der von 1999 bis 2006 führende Betreuer-Positionen in Langlauf und Biathlon im Österreichischen Schiverband innehatte.

Walter Mayer

Foto © APAWalter Mayer

Der 54-Jährige ist von der Haltlosigkeit der wider ihn erhobenen Vorwürfe überzeugt. "Strafrechtlich gibt es keinen Grund für die Anklage", stellte seine Anwältin Barbara Sattinger im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur fest.

Die Staatsanwaltschaft Wien wirft dem Ex-ÖSV-Trainer und vier weiteren Personen vor, ein regelrechtes "Doping-Netzwerk" gebildet und damit zahlreiche Verstöße gegen das Anti-Doping-Gesetz sowie das Arzneimittelgesetz gesetzt zu haben. Die Anklagebehörde wisse mittlerweile selbst, dass dies nicht zutreffe, hält dem Sattinger entgegen: "Das hat sich mittlerweile herumgesprochen."

Da Staatsanwältin Nina Weinberger davon ausgeht, dass sich Mayer mit dem inkriminierten Tun eine fortlaufende Einnahmequelle verschafft hat, drohen dem Ex-ÖSV-Betreuer im Falle eines Schuldspruchs bis zu drei Jahre Haft. Für Mayers Verteidigerin ist demgegenüber klar, "dass am Ende hoffentlich ein Freispruch rauskommen wird". Es gebe "keine Sportler, der behauptet, er hätte von Mayer etwas bekommen". Es sei auch niemals Geld in Richtung ihres Mandanten geflossen, so Sattinger.

Urteil am 17. August

Richterin Katharina Lewy hat für das Verfahren vier Verhandlungstage anberaumt, die Urteile sollen am 17. August fallen. Walter Mayer wird erst am dritten Verhandlungstag ausführlich zu Wort kommen: Seine Einvernahme ist für den 10. August geplant.

Mayer wird beschuldigt, teilweise höchst prominente Sportler mit verbotenen Anabolika, Hormonen und Stimulanzmitteln versorgt zu haben. Dem Strafantrag zufolge soll er zunächst über einen mitangeklagten Mittelsmann, der zuvor bei ihm als Dachdecker beschäftigt war, von einem Wiener Apotheker Wachstumshormone, Dynepo und sonstige verbotene Substanzen bezogen haben. Der ebenfalls zur Anklage gebrachte Apotheker soll neben der "Schiene Mayer" regelmäßig zwei weitere Bezieher "genährt" haben, darunter den mittlerweile in erster Instanz als "Doping-Sünder" abgeurteilen Ex-Radsportler Christoph K.

Von 2005 bis 2008 soll Mayer Spitzenvertreter des österreichischen Langlauf- und Biathlonsports mit illegalen Präparaten versorgt haben. Im Strafantrag werden mehrere angebliche Abnehmer namentlich genannt, darunter der unter Blutdoping-Verdacht geratene Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann, Langlauf-Ex-Vizeweltmeister Alois Stadlober, Ex-Biathlon-Vizeweltmeister Ludwig Gredler und die nach der sogenannten Blutbeutel-Affäre bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ausgeschlossenen Langläufer Jürgen Pinter und Roland Diethart sowie der vormalige Biathlet Wolfgang Perner. Sie alle haben bzw. werden Zeugenladungen zum Doping-Prozess erhalten und müssen dort unter Wahrheitspflicht aussagen.

Belastet wird Walter Mayer in erster Linie von jenem Mann, der behauptet, in Wien von dem Apotheker die verbotenen Substanzen entgegengenommen und Mayer, bei dem er eine Zeitlang als Dachdecker Beschäftigung gefunden hatte, übergeben zu haben. Für Verteidigerin Sattinger ist dieser Zeuge nicht glaubwürdig. "Der lügt wie gedruckt, damit er nicht noch mal ins Gefängnis muss (der Mann weißt eine Vorstrafe auf, Anm.)."


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