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Zuletzt aktualisiert: 08.03.2011 um 15:26 UhrKommentare

Medaillengarant Christoph Sumann - WM-Bronze in Sibirien

Christoph Sumann hat auch beim dritten Biathlon-Großereignis in Folge eine Einzel-Medaille gewonnen.

Christoph Sumann

Foto © ReutersChristoph Sumann

Der 35-jährige Familienvater aus der Steiermark holte sich nach Silbermedaillen bei der WM 2009 und Olympia 2010 nun bei den Weltmeisterschaften in Chanty-Mansijsk Bronze im Einzel. Der frühere Langläufer machte damit bei den Titelkämpfen in Sibirien eine "Seuchensaison" mit vielen Krankheiten und bis dato ohne Weltcuppodestplatz eindrucksvoll vergessen. Der eloquente Leitwolf im österreichischen Team, der nie mit flotten Sprüchen geizt, hat erst spät zum Biathlon gefunden. Nach zehn Jahren in der Langlaufnationalmannschaft (1991-2000) wagte er auf Anraten des ehemaligen ÖSV-Trainers Walter Mayer den Umstieg und der zuvor auch von Daniel Mesotitsch und Fritz Pinter vollzogene Schritt trug unerwartet schnell erste Früchte.

Nicht in die Doping-Causa verwickelt

Nach einem starken Einstieg mit dem ersten Weltcupsieg gleich im zweiten Biathlon-Jahr in Osrblie musste Sumann dann allerdings lange auf weitere große Erfolge warten. Auf Staffelbronze bei der Heim-WM 2005 folgte mit dem von Mayer ausgelösten Olympia-Skandal 2006 in Turin nämlich ein herber Tiefschlag. Sumann war zwar nicht in die Doping-Causa verwickelt, benötigte aber wie die gesamte ÖSV-Sparte lange, um sich davon zu erholen und sich in der Öffentlichkeit zu rehabilitieren. Zwischenzeitlich hatte er sogar ans Aufhören gedacht, er machte aber weiter und es sollte sich bezahlt machen. So feierte er im Jahr 2007 etwa zwei weitere Weltcupsiege. Nach einem miserablen Winter 2007/08 beschritt er dann neue Wege, er stieg in die neue Trainingsgruppe von Reinhard Gösweiner um. Damit stellte er die tägliche Arbeit spät in seiner Karriere noch einmal komplett um. Forciertes Krafttraining, erhöhte Intensität, das strikte Einhalten der Regenerationszeiten standen ab der Saison 2008/09 am Plan. "Es sind Kleinigkeiten, die große Wirkung zeigen", nannte Sumann einmal als Erfolgsgeheimnis.

Geändertes Training zeigte Wirkung

Einen weiteren Anteil an den Erfolgen schreibt er aber auch einer radikalen Ernährungsumstellung mit dem gänzlichen Verzicht auf Milchprodukte zu, die gemeinsam mit dem geänderten Training ihre Wirkung zu zeigen begann. All diese Kleinigkeiten bescherten dem Polizei-Angehörigen aus Frojach einen Weltcup-Sieg in Oberhof und Platz sechs im Gesamtweltcup 2008/09 und als Höhepunkte dann den Vizeweltmeistertitel im Massenstart hinter Dominik Landertinger und das Staffel-Silber bei den Titelkämpfen in Pyeongchang.

Und auch bei seinen dritten Olympischen Spielen folgten historische Triumphe. Er holte in Vancouver mit Silber in der Verfolgung als erst zweiter Österreicher nach Wolfgang Perner (2002) olympisches Edelmetall. Außerdem sicherte er sich den Sieg im Einzel-Weltcup und das noch nie dagewesene zwischenzeitliche Tragen des roten Trikots durch einen ÖSV-Athleten. Den Weltcup-Gesamtsieg am Saisonende verpasste er schließlich als Zweiter nur ganz knapp. Mit der Geburt seines zweiten Kindes Felix im Mai gab es dann aber auch noch nach Saisonende allen Grund zur Freude. In der sibirischen Kälte rettete Sumann nun eine bisher durchwachsene Saison. Das soll aber noch lange nicht die letzte Medaille gewesen sein, Sumann will zumindest bis zu den Winterspielen 2014 in Sotschi weitermachen.


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