Diesmal Außenseiter bei der WM
Die Österreicher um Massenstart-Titelverteidiger Dominik Landertinger gelten neben den gastgebenden Russen, den Deutschen, Franzosen und Schweden als aussichtsreiche Herausforderer der Norweger.

Foto © APDominik Landertinger
Khanty, was? Die Frage ist nicht ganz unbegründet. Nur Hardcore-Biathlon-Fans werden mit der Stadt jenseits des Urals, noch einmal 2000 Kilometer von Moskau entfernt, etwas anfangen können. Khanty-Mansiysk ist eine boomende Metropole, die dem Höhenflug der Erdölpreise viel Energie verdankt. 72.000 Einwohner leben in dem Mini-Dubai Sibiriens, hunderte Millionen Euro flossen in die Infrastruktur. Zehn Hochschulen gibt es, Galerien, Museen und Stararchitekt Sir Norman Foster plante ein Ensemble von Wolkenkratzern, in das wohl die gesamte Bevölkerung der Gegend Platz hätte. Und schließlich ist das durchschnittliche Monatseinkommen mit umgerechnet 1050 Euro weit höher als im restlichen Sibirien.
"Aber sonst herrscht hier tiefe Einöde, alles flach, bis auf die sieben Hügelchen, auf die die Leute aber sehr stolz sind - es soll ja auch noch andere Weltmetropolen geben, die auf sieben Hügel erbaut wurden", berichtet Daniel Mesotitsch aus Russland. Einer dieser Hügel ist künstlich, ein alpines Weltcup-Rennen hätten die Khanten und Mansen, so die "Eingeborenen" dieses autonomen Kreises, auch noch recht gerne. Sonst wechselt das Klima von sibirisch-bitterkalt bis sommerliche Hitze. Dann wird das Sumpfgebiet zur "Hochburg der gemeinen Gelse".
Biathlon hat einmal den Anfang gemacht, schon 2003 gab es dort eine WM, dazu Jahr für Jahr ein Weltcup-Wochenende. Man gründete 2006 mit Yugra Khanty-Mansiysk eine Profi-Eishockey-Mannschaft in der KHL (Kontinental Hockey League), dem russischen Pendant zur NHL.










